Andacht Heute

Gott kennt den Weg

HERR, ich habe erkannt: Das Leben eines Menschen liegt nicht in seiner Hand. Niemand kann seine Schritte nach eigenem Plan lenken.
Jeremia 10,23

Jeremia spricht sein Gebet in einer Zeit politischer und religiöser Unsicherheit. Und mitten hinein sagt er etwas Erstaunliches: Der Mensch hat seinen Weg nicht in der eigenen Hand. Der Mensch ist nicht der souveräne Architekt seines Lebens. Wir planen, wir entscheiden, wir bemühen uns – doch der tiefere Verlauf unseres Weges liegt nicht in unserer Hand. Das ist keine Entmündigung, sondern eine Entlastung. Denn Jeremia richtet diese Worte nicht in die Leere, sondern an Gott. Er bekennt: „Wenn ich meinen Weg nicht in der Hand habe, dann hast du ihn.”

Damit wird der Vers zu einem Gegenbild unserer Zeit, die uns einredet, wir müssten alles kontrollieren: Zukunft, Gesundheit, Erfolg, Beziehungen, sogar unsere Gefühle. Jeremia widerspricht: Der Mensch ist nicht gemacht für totale Selbststeuerung. Er ist gemacht für Vertrauen in Gott. Unser Herr weiß alles über uns, wir dürfen ihm vertrauen.

Gebet
HERR, nimm mir die Angst, alles selbst steuern zu müssen. Lehre mich, meine Schritte in deine Hände zu legen und im Vertrauen zu gehen, das du schenkst. Amen.