Frisches Brot für den Glauben
Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.
Epheser 4,29
Der Nürnberger Barockdichter Georg Philipp Harsdörffer (1607–1658) schrieb über die literarische Arbeit: „Ein löblicher Poet schreibt stets solche Gedichte, die zu Gottes Ehre beitragen, große Herren und Gelehrte unterhalten, Unverständigen Belehrung bieten, Verständigen zum Nachsinnen anregen, Einfältigen lehren, Betrübte trösten und Fröhlichen Freude bereiten.“
Wenn man Harsdörffers Satz liest, merkt man, dass für ihn ein Dichter jemand ist, dessen Worte nützen: Sie sollen Gott ehren, Menschen bilden, trösten und erfreuen – nie bloß glänzen, sondern dienen. Wir sehen, dass dies auch für uns Christen gelten sollte. Wir alle sprechen täglich Worte – in der Familie, am Telefon, im Beruf, in der Gemeinde. Und jedes dieser Worte hat eine Wirkung. Sie können aufrichten oder verletzen, Frieden stiften oder Unruhe säen, trösten oder verunsichern.
Im Vers Epheser 4,29 steht im griechischen Urtext sapros, was mit modrig, ungesund, zersetzend zu übersetzen ist. Wenn es für die Beschreibung von Worten verwendet wird, dann wird daraus „faules Geschwätz“. Solche Worte nähren nicht, sondern schwächen eher den Glauben. Wie schimmelndes Brot, können solche eher krank machen. Das Nahrhafte ist dagegen gut, nützlich und tragfähig. Solche Worte bauen auf, sind notwendig und schenken Gnade.
Gebet
Herr, bewahre uns vor modrigen Worten. Mach unsere Sprache frisch wie Brot, das nährt. Lass uns einander nicht das geben, was krank macht, sondern das, was stärkt, trägt und heilt. Amen.