Andacht Heute

Hoffnung, die allein von Gott kommt

Führe mich heraus aus diesem Gefängnis, damit ich deinen Namen preise. Die nach deinem Willen leben, werden sich freudig um mich scharen, wenn du mir Gutes erwiesen hast.
Psalm 142,8

Vielleicht kennst du das: Du bist von einer Sache tief in deinem Herzen überzeugt. Du willst beispielsweise warnen vor einer Fehlentwicklung. Aber du fühlst dich wie der einsame Rufer in der Wüste, allein und von vielen unverstanden. Helfer und Unterstützer sind nirgends zu sehen. Du sehnst dich nach einem Wort der Unterstützung, nach einem Zeichen, dass jemand hinter dir steht, doch es kommt nichts. David sagt zuvor im Psalm: „Niemand nimmt sich meiner an.“ So ist die Lage – eine reine Bestandsaufnahme ohne Verbitterung.

Psalm 142 ist ein Gebet aus der Höhle, aus der Enge, aus der Einsamkeit. Und doch endet dieser Psalm mit dem obigen Vers, einem Satz, der wie ein Lichtstrahl durch einen schmalen Spalt fällt. Plötzlich wächst die Zuversicht, dass sich alles wenden wird. Für uns bedeutet dies: Gott sieht dich, bevor Menschen dich sehen. Gott stärkt dich, bevor andere es tun. Gott führt dich aus der Höhle heraus. Und wenn Gott dir Gutes tut, wird dies auch für andere nicht verborgen bleiben.

Gebet
HERR, führe mich aus dem Kerker meiner Enge, damit ich deinen Namen preise und Hoffnung weitergeben kann. Amen.

Der einzig wahre Zugang zu Gott

Jesus sprach nun wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe. Alle, die vor mir gekommen sind, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben. 
Johannes 10, 7-10

Mit „alle, die vor mir gekommen sind“, meint Jesus nicht die alttestamentlichen Propheten, sondern selbsternannte Führer, die das Volk Gottes fehlgeleitet haben. Gemeint sind religiöse Führer, selbsternannte Messiasse und Lehrer, die nach Macht strebten, statt Gottes Willen zu tun. Auch Paulus hat vor diesen falschen Aposteln gewarnt, wie wir gestern in der Andacht gesehen haben. Jesus bezeichnet sich selbst als Tür. Er ist nicht eine Tür unter vielen anderen. Damit ist der einzig legitime Zugang zu Gott gemeint. Wer vor ihm kam und sich als Tür ausgab, war ein falscher Zugang. Nur durch Jesus findet die Seele Weide, Ruhe und Rettung.

Auch heute stehen wir täglich vor Türen, die einladend aussehen und zum Eintritt verlocken. Es sind Türen mit Aufschriften wie „Optimiere dich selbst!”, „Verbessere dich!” „Leiste noch mehr!” Sie machen Versprechungen, die uns das Heil bringen sollen, doch hinter diesen Türen erwartet uns nur Leere. Jesus sagt dagegen: „Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.

Gebet
HERR Jesus Christus, ich gehe durch deine Tür. Ich vertraue dir mein Leben an. Du schenkst mir Freiheit und Geborgenheit. Amen.

Paulus warnt vor falschen Aposteln

Was ich jetzt rede, das rede ich nicht dem Herrn gemäß, sondern wie in Torheit, in diesem zuversichtlichen Rühmen.
2. Korinther 11,17

Paulus spricht „in Torheit“, weil er sich gezwungen sieht, eine Sprache zu verwenden, die er eigentlich ablehnt. Die Korinther hören nur auf Menschen, die sich selbst inszenieren und dabei starke Worte, große Gesten und beeindruckende Auftritte verwenden. Deshalb nimmt Paulus bewusst die Rolle des Narren an, um die falschen Maßstäbe dieser „falschen Apostel“, wie er sie nennt, zu entlarven. Die Korinther lassen sich von Menschen beeindrucken, die sich als Diener Christi ausgeben, aber in Wahrheit nur sich selbst dienen.

Diese Gefahr ist nicht verschwunden. Auch heute gibt es Stimmen, gerade auch in den sozialen Medien, sogenannte „Influencer“, die sich selbst in den Mittelpunkt stellen, mit geistlicher Autorität prahlen, Menschen abhängig machen und dabei den Namen Jesu benutzen. Doch nicht jeder, der laut spricht, ist ein Apostel Christi. Wahre Autorität zeigt sich in Demut, Treue und Liebe und nicht im Glanz der Selbstdarstellung. Paulus zeigt, dass wahre geistliche Autorität in Hingabe und Liebe besteht. Er rühmt sich nicht seiner Stärke, sondern seiner Leiden und Schwäche – und gerade darin wird Christus sichtbar.

Gebet
HERR Jesus Christus, gib uns ein waches Herz, das zwischen Wahrheit und Verführung unterscheiden kann. Lass uns Menschen sein, die nicht beeindrucken wollen, sondern dienen. Amen.