Andacht Heute

Die ständige Suche nach dem Neuen

Das Auge sieht sich niemals satt und das Ohr hört sich niemals satt.
Prediger 1,18

Neulich ging ich durch ein Kaufhaus in einem Kurort. Es wirkt ein wenig wie aus einer anderen Zeit. Da werden noch Transistorradios, CD-Player und Kompaktkameras angeboten – offenbar für Senioren, die sich mit der aktuellen Technik nicht auskennen. Ich konnte darüber lächeln und doch ertappte ich mich bei dem Gedanken, sogar hier etwas Neues entdecken zu können. Von der Werbung unablässig genährt, treibt uns die Suche nach Dingen, die unser Leben vermeintlich bereichern könnten, an jedem Ort und bei jeder Gelegenheit voran. Doch die Erfüllung, nach der wir uns sehnen, können wir auf diesem Weg nicht finden.

Die Bibel kennt diese Unruhe. Der Prediger sagt: „Das Auge sieht sich niemals satt.“ Mehr Eindrücke schaffen jedoch nicht automatisch mehr Zufriedenheit. Das Auge entdeckt immer wieder etwas Neues. Der Mensch bleibt dennoch hungrig. Letztlich richtet sich die tiefste Sehnsucht des Menschen nicht auf Dinge, sondern auf Gott. Christus verspricht etwas Größeres als immer neue Reize: einen Frieden, der nicht vom nächsten Kauf, dem nächsten Trend oder der nächsten Entdeckung abhängt. Augustinus sagte: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“

Gebet
HERR Jesus Christus, bewahre uns davor, unser Glück in Dingen zu suchen, die vergehen. Schenke uns ein dankbares Herz und die Ruhe, die nur du geben kannst. Amen.

Wie gut, dass Gott nicht ist wie wir

„Darum bist du nicht zu entschuldigen, Mensch, wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst; weil du ja dasselbe tust, der du richtest.“
Römer 2,1

„Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Umkehr leitet?“
Römer 2,4

Wie schnell sind wir oft mit einem Urteil über andere Menschen. Wir sehen eine Handlung, hören einen Satz oder kennen einen einzelnen Fehler und meinen, bereits zu wissen, wer dieser Mensch ist. In Römer 2 zeigt uns Paulus, wie wir sind. Er sagt, dass wir alle die gleiche menschliche Schwäche haben. Wer mit dem Finger auf andere zeigt, entdeckt früher oder später, dass drei Finger auf ihn selbst zurückweisen.

Was wäre, wenn Gott genauso handeln würde? Wenn er auf unsere Schwächen genauso unerbittlich schauen würde, wie wir oft auf die Fehler anderer schauen? Betrachtet er unsere Motive genauso oberflächlich wie wir oft die Motive anderer? Dann wäre es wohl schlecht um uns bestellt.

Gott ist aber nicht wie wir. Er kennt die ganze Wahrheit über unser Leben, auch die Seiten, die niemand sonst kennt. Und dennoch begegnet er uns nicht zuerst mit Verdammnis, sondern mit Güte, Geduld und Langmut. Diese Güte verharmlost die Sünde nicht. Sie übersieht das Böse nicht. Aber sie gibt Raum zur Umkehr. Gott spricht sein Urteil nicht vorschnell. Er gibt Zeit. Er wartet auf die Rückkehr der Menschen. Darum sollten wir vorsichtig sein mit schnellen Urteilen über andere. Wir alle leben von Gottes Geduld. Wer das erkennt, wird demütiger. Er wird weniger Richter und mehr Bruder, weniger Ankläger und mehr Fürbitter.

Gebet
HERR, lehre mich, andere Menschen mit den Augen der Barmherzigkeit zu sehen und mich täglich von deiner Güte leiten zu lassen. Amen.

Der gute Hirte in unsicheren Zeiten

„Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“
Psalm 23,1

Wenn wir die Nachrichten verfolgen, könnte man leicht den Eindruck gewinnen, dass Angst der Grundton unserer Zeit ist. Menschen sorgen sich um Frieden, Wohlstand, Gesundheit und die Zukunft ihrer Kinder. Vieles, was früher selbstverständlich schien, erscheint heute fragiler als noch vor wenigen Jahren.

In diese Unsicherheit hinein spricht David nicht von seinen Umständen, sondern von seinem Hirten: „Der HERR ist mein Hirte.“ David sagt nicht, dass alles gut läuft. Er sagt nicht, dass es keine Gefahren gibt. Er sagt nur: Ich kenne den, der mich führt.

Psalm 23 erinnert uns daran, dass die Sicherheit eines Christen nicht in stabilen Verhältnissen liegt. Unsere Sicherheit liegt in Gott. Vielleicht gehen wir als Gesellschaft durch eine Zeit der Unsicherheit. Vielleicht erleben wir auch persönlich ein finsteres Tal. Dann dürfen wir wissen: Der Hirte bleibt derselbe. Sein Wort gilt auch dann, wenn vieles ins Wanken gerät.

Als Christen leben wir deshalb weder in Sorglosigkeit noch in Panik. Wir leben im Vertrauen. Der Hirte, der gestern geführt hat, führt auch heute. Und der Hirte, der heute führt, wird uns auch morgen nicht verlassen. Darum richten wir unseren Blick nicht zuerst auf die Größe der Herausforderungen, sondern auf die Größe unseres Gottes. Die Welt mag unsicher sein. Der Hirte ist es nicht.

Gebet
HERR Jesus Christus, du erinnerst uns in Psalm 23 daran, dass wir nicht führungslos unterwegs sind. Du kennst den Weg. Du siehst weiter als wir. Bewahre unsere Familien und alle Menschen, die heute Trost und Zuversicht brauchen. Denn du bist unser guter Hirte. Amen.