Andacht Heute

Das Lob Gottes im Alltag

Alles, was atmet, lobe den HERRN!
Psalm 150.6

Das Lob Gottes beginnt nicht erst im Gottesdienst. Wenn wir im alltäglichen Gespräch davon erzählen, was uns bewegt, dann ist das ebenfalls ein Ort, an dem wir ein Bekenntnis zur Ehre Gottes abgeben können. Für dieses einfache Lob braucht es keine Bühne, keine Vorbereitung und keine besondere Form. Oft genügt ein Satz wie: „Da hat mir Gott wieder geholfen!“. Damit sprechen wir aus, was uns trägt. Wir bekennen, wem wir vertrauen. Unser Glaube wird für alle hörbar, wenn wir ein öffentliches „Ja“ zu unserem Gott aussprechen, dem wir alles zu verdanken haben.

Gebet
HERR, lass uns im Alltag mutig aussprechen, wo wir deine Hilfe erfahren haben. Lass uns durch unser Lob andere stärken. Amen.

Vom Dank zum Lob

Lobt den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HERRN, meine Seele!
Psalm 103,22

Am Anfang von Psalm 103 stehen die Gründe, warum wir Gott Dank schulden. Es sind beileibe nicht alle, aber einige markante Begriffe werden hier aufgelistet: Vergebung, Heilung, Erlösung, Sättigung und Erneuerung. Der Psalm endet nicht im Rückblick, sondern im Aufbruch, mit einem Aufruf zum Lob Gottes. Dieser Übergang vom Dank zum Lob ist hochinteressant. Dank schaut zurück, erinnert und zählt Gottes Taten. Und Lob? Lob feiert Gottes Wesen, schaut hinauf und erhebt.

Die Frage ist, wie sich dieses Lob konkret ausdrücken kann. Es gehört zu seinem Wesen, dass es Gestalt annimmt. Aus dem tiefsten Inneren, ausgehend vom Dank, will es hinausgetragen werden. Lob ist nichts, das im Verborgenen bleibt. Es drängt in die Gemeinschaft, in einen Chor der Stimmen, der sich hinaufschwingt zu Gott. Es wäre jedoch falsch anzunehmen, dass ein vielstimmiger Lobpreis in einer Gemeinde die einzig mögliche Form darstellt. Deshalb möchte ich morgen mit dem Lob durch das Wort beginnen, mit dem gesprochenen Bekenntnis zur Größe Gottes.

Gebet
HERR, führe uns vom Dank ins Lob. Mach uns zu Menschen, die es zum Ausdruck bringen können. Du bist würdig, gelobt zu werden. Amen.

Vom Guten satt, zum Aufbruch bereit

Der mit Gutem sättigt dein Leben. Deine Jugend erneuert sich wie bei einem Adler.
Psalm 103,5

Wir leben in einer Zeit, in der vieles verspricht, uns zu erfüllen: Ablenkung, Konsum, ständige Reize, Selbstoptimierung. Das kann leicht zur Sucht werden, weil wir innerlich hungrig sind. Doch dieser Hunger wird nicht gestillt. Er wird nur betäubt. In der Bibel heißt es, dass Gott uns mit „Gutem sättigt”. Das ist nicht das, was uns nur flüchtig stimuliert, sondern das, was uns trägt. Es können Aufgaben sein, die Sinn stiften und dem Herzen Frieden schenken. Dazu ist es nötig, dass wir das Gute, das von Gott kommt, auch zu schätzen wissen. Es schadet nicht, dies auch in Wort und Gebet auszudrücken.

Das Bild vom Adler ist hoffnungsvoll für das Alter. Er wird zwar nicht jünger, ist aber auch im Alter noch fähig, sich zu erheben. Auch wenn die Kräfte schwinden, kann Gott uns neue innere Kraft schenken. Auch wenn man vieles hinter sich hat, kann man sich noch einmal emporschwingen. „Jugend“ meint hier nicht das biologische Alter, sondern die innere Beweglichkeit, die Fähigkeit, sich noch einmal begeistern zu lassen, sich noch einmal einzusetzen und noch einmal aufzubrechen.

Fazit: Wer mit Gutem gesättigt wird, wird frei von dem, was ihn abhängig macht. Wer wie ein Adler erneuert wird, bekommt Mut für Neues – auch im Alter.

Gebet
HERR, danke, dass du mich sättigst und erneuerst. Lass mich das Gute erkennen, das du gibst, und lehre mich, mich immer wieder neu zu dir aufzuschwingen. Amen.