Andacht Heute

Paulus warnt vor falschen Aposteln

Was ich jetzt rede, das rede ich nicht dem Herrn gemäß, sondern wie in Torheit, in diesem zuversichtlichen Rühmen.
2. Korinther 11,17

Paulus spricht „in Torheit“, weil er sich gezwungen sieht, eine Sprache zu verwenden, die er eigentlich ablehnt. Die Korinther hören nur auf Menschen, die sich selbst inszenieren und dabei starke Worte, große Gesten und beeindruckende Auftritte verwenden. Deshalb nimmt Paulus bewusst die Rolle des Narren an, um die falschen Maßstäbe dieser „falschen Apostel“, wie er sie nennt, zu entlarven. Die Korinther lassen sich von Menschen beeindrucken, die sich als Diener Christi ausgeben, aber in Wahrheit nur sich selbst dienen.

Diese Gefahr ist nicht verschwunden. Auch heute gibt es Stimmen, gerade auch in den sozialen Medien, sogenannte „Influencer“, die sich selbst in den Mittelpunkt stellen, mit geistlicher Autorität prahlen, Menschen abhängig machen und dabei den Namen Jesu benutzen. Doch nicht jeder, der laut spricht, ist ein Apostel Christi. Wahre Autorität zeigt sich in Demut, Treue und Liebe und nicht im Glanz der Selbstdarstellung. Paulus zeigt, dass wahre geistliche Autorität in Hingabe und Liebe besteht. Er rühmt sich nicht seiner Stärke, sondern seiner Leiden und Schwäche – und gerade darin wird Christus sichtbar.

Gebet
HERR Jesus Christus, gib uns ein waches Herz, das zwischen Wahrheit und Verführung unterscheiden kann. Lass uns Menschen sein, die nicht beeindrucken wollen, sondern dienen. Amen.

Wenn Gott unsere Gebete nicht erhört

„Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“
Matthäus 26,39

Es gibt zahlreiche Abhandlungen über die Gründe, weshalb Gott nicht alle unsere Gebete erhört. Als mögliche Gründe werden angeführt: Falsche Zielsetzungen, mangelnde Intensität beim Beten, ein sündhaftes Leben, Glaubenszweifel und vieles andere mehr. Oft wird dabei unausgesprochen suggeriert, dass es an uns liegt, wenn Gott uns nicht erhört. Demzufolge müssten wir nur genug an uns arbeiten, damit er ein Einsehen mit uns hat. Dieses Denken haben wir in unserer Kindheit eingeübt. Wenn ein Vater das ersehnte Spielzeug nicht kaufen will, kommt das Kind auf die Idee, ihn durch besonderes Wohlverhalten umstimmen zu können. Es räumt vielleicht sein Zimmer auf und hofft, damit etwas zu erreichen. Der Vater wird über diese „Taktik” seines Kindes schmunzeln und es loben, ihm aber auch liebevoll erklären, dass er den Wunsch nicht erfüllen wird. Eltern müssen in der Kindererziehung verantwortungsvoll mit ihren Kindern umgehen.

Auch Gott kann nicht auf alle unsere Wünsche eingehen und wird somit so manches Gebet nicht erhören. Er ist der Souverän, er hat uns und die ganze Welt erschaffen. In Hiob 41,3 sagt der Herr: „Wer hat mir jemals etwas gegeben, das er nun von mir zurückfordern könnte? Mir gehört die ganze Welt.“ Gott schuldet niemandem etwas. Er ist absolut frei in seinem Handeln. Alles gehört ihm – auch wir, unser Leben, unsere Zeit und unsere Zukunft. Dies widerspricht der Idee, dass ein Gebet so etwas wie ein Vertrag ist: „Ich bete – und Gott muss reagieren.“ So ist es nicht. Gott ist absolut souverän in seinem Handeln. Er gibt, wenn er will, und nicht, weil wir einen Anspruch darauf haben.

Gebet
Herr, du bist der Ursprung aller Dinge, und nichts in dieser Welt gehört uns, sondern alles ist Geschenk aus deiner Hand. Du hörst unser Rufen, auch wenn du anders antwortest, als wir es erhoffen. Amen.

Der einzig sichere Halt

Dann ist der HERR dem Unterdrückten eine Festung, eine Festung in Zeiten der Bedrängnis. Und auf dich vertrauen, die deinen Namen kennen; denn du hast nicht verlassen, die dich suchen, HERR.
Psalm 9,10-11

Der Psalm 9 ist ein Lied aus unruhigen Zeiten. David singt es, während er von Feinden bedrängt wird, in einer Zeit, in der viel Unrecht geschieht und die Welt zu wanken scheint. Die heutige Welt ist nicht ruhiger geworden. In der Ukraine und im Nahen Osten herrscht Krieg. Viele Menschen wissen nicht, wie es weitergeht. Auch in unserem Land ist einiges ins Wanken geraten. Man spricht bereits von einer gespaltenen Gesellschaft. Selbstverständliche Rechte einer Demokratie, wie das, eine andere Meinung zu vertreten, werden infrage gestellt. Von Gott sollte nur in universaler Weise gesprochen werden, bedeutet man uns. Unseren Gott, den Gott der Christen, als einzig verehrungswürdig zu preisen, scheint vielen gegenüber den anderen Religionen unzumutbar zu sein. Doch wir lassen uns nicht verunsichern, indem uns Vorschriften gemacht werden von jenen, die selbst nichts von Gott wissen wollen. Wir Christen haben einen entscheidenden Vorteil: Wir wissen, dass wir in unserem Herrn einen sicheren Halt haben. Er ist die Hoffnung der Armen und Unterdrückten. In aller Bedrängnis ist er eine sichere Festung für alle, die ihn suchen.

Gebet
HERR, du bist unsere Zuflucht in Zeiten der Not. Stärke unsere Hoffnung und zeige noch vielen Suchenden den Weg aus aller Not. Amen.