Andacht Heute

Konflikte lösen

In der Welt habt ihr Angst, doch ich habe die Welt überwunden, spricht Jesus, der sündlose Sohn Gottes in seinem irdischen Dasein. Für bekehrte und demütige Christen ist es eigentlich ganz einfach, mit Enttäuschungen umzugehen: Man redet darüber, vergibt einander und versöhnt sich wieder – genau das wünscht sich Jesus von uns. Vergebt einander, so wie auch ich euch vergeben habe – so steht es im „Vaterunser“, das ER uns ans Herz gelegt hat.

Denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen schenkt ER Gnade.

In der Konfliktlösung weltweit läuft es oft ganz anders. Man zieht vor Gericht, und jeder versucht, dem anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. „Du bist schuld, dass ich so reagiert habe.“

Als Christen wissen wir, dass wir immer noch mit weltlichen Dingen zu tun haben. Am besten lernen wir in der Gemeinschaft mit dem HERRN und seinem Wort in geistlichen Kreisen, uns selbst zu prüfen und zu bewähren.

So haltet euch an die wunderbaren Aussagen von Jesus: Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter euch. (Matth 18,20)

Jesu Gegenwart ist nicht an große Zahlen, besondere Orte oder perfekte Stimmung gebunden. Sie entsteht dort, wo Menschen sich in seinem Namen verbinden – im Vertrauen, im Hören, im gemeinsamen Suchen.

Danke HERR für Deine Gnade. Amen

In ältere Gedanken eintauchen

Ich gedenke der früheren Tage, ich sinne nach über all dein Tun.
Psalm 143,5

Ich nehme hin und wieder meine älteren Tagebucheinträge zur Hand. Wenn ich mich erneut mit meiner damaligen Welt auseinandersetze, kann das sehr anregend sein. Es ist so mancher Gedanke darunter, den ich nicht weiter verfolgt habe und bei dem es sich lohnt, ihn erneut aufzugreifen. Inzwischen habe ich neue Erfahrungen gesammelt und kann im Rückblick einschätzen, was für mein Leben wertvoll war und was nicht. Beim Lesen meiner Notizen begegne ich auch meinem früheren Selbst mit all den Fragen, Hoffnungen und Befürchtungen, die mich einst bewegten. Vieles hat sich mit der Zeit in Luft aufgelöst. Wie häufig war die Realität nicht so schwer zu bewältigen, wie es zunächst aussah?

Oft erkennt man erst im Nachhinein, wie Gott einen roten Faden durch das eigene Leben zieht, den man mitten im Geschehen nicht sehen konnte. Eine große Hilfe ist dabei die Bibel. Sie ist beileibe kein abstraktes Lehrbuch, sondern eröffnet einen Dialog zwischen ihrem wertvollen Text und unserer Erfahrung. Sie hilft uns, eine geistliche Kontinuität in unserem Leben zu erkennen, Wachstum sichtbar zu machen oder uns mit früheren Versionen unseres Selbsts zu versöhnen. Sie ist einfach ein wunderbares Handbuch für die Praxis unseres Lebens.

Gebet
HERR, du kennst meine Wege – die vergangenen und die kommenden. Wenn ich in alte Gedanken eintauche, öffne mir das Herz für das, was du mir damals schon zeigen wolltest und heute neu zeigst. Amen.

Das so trügerische Bauchgefühl

Esau schwor es ihm und verkaufte damit sein Recht, den größten Teil des Erbes zu bekommen, an seinen jüngeren Bruder.
1. Mose 25,33

    In dieser Geschichte verkauft Esau sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht. Für ihn war in diesem Moment sein Baugefühl entscheidend. Sein Hunger ließ ihn offen für den Impuls werden, der ihn zu einer Kurzschlussentscheidung mit lebenslangen Folgen verleitete. Die Werbung, der wir täglich ausgesetzt sind, funktioniert in ähnlicher Weise. Da erscheint in schillernden Farben ein modernes Linsengericht in Form eines brandaktuellen Autos, das unser Begehren weckt und zur sofortigen Befriedigung auffordert: „Gönn es dir. Du verdienst es. Jetzt sofort.“ Unser Verstand soll ausgeschaltet werden, allein das Gefühl wird angesprochen. Ein Blick auf das Bankkonto könnte jedoch zeigen, dass eine so große Ausgabe nicht möglich ist. Aber es werden uns ja Kredite angeboten, an die wir uns dann viele Jahre binden.

    Demgegenüber steht die Besonnenheit als Gegenpol zur gefühlsgeleiteten Impulsivität. Wikipedia definiert sie als die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders in schwierigen oder heiklen Situationen dafür sorgt, dass der Verstand die Oberhand behält, um vorschnelle und unüberlegte Entscheidungen oder Taten zu vermeiden. Gott hat uns diesen Geist der Besonnenheit geschenkt. Wir sollten ihm Raum geben, um weise Entscheidungen zu treffen. Gefühle allein sind kein Maßstab. Mit Gefühlen können wir manipuliert werden. Gottes Geist tut das nicht.