Andacht Heute

Gottes Wort hören und nichts konstruieren

Manches bleibt uns verborgen, nur der HERR, unser Gott, kennt es. Doch was er von uns erwartet, hat er uns und unseren Nachkommen für alle Zeiten offenbart: Wir sollen nach allen Weisungen in diesem Gesetz leben.
5. Mose 29,28

    Es gehört zu unserer Natur, Antworten finden zu wollen. Wenn wir einen biblischen Text lesen, möchten wir verstehen, warum etwas geschieht, was Gott damit meint und welche Lehre wir daraus ziehen sollen. Doch manchmal sagt die Bibel weniger, als wir gern hätten. Und genau dann geraten wir in Gefahr, mehr hineinzulesen, als der Text hergibt.

    Mose 29,28 erinnert uns daran, dass es zwei Bereiche gibt, die beide Teil seines guten Willens sind:

    • Dinge, die Gott offenbart
    • Dinge, die Gott verborgen lässt

    Wenn wir versuchen, das Verborgene zu erklären, verlieren wir oft die Klarheit über das, was wirklich dasteht. Wir konstruieren Gründe, wo die Bibel keine nennt. Wir füllen Lücken, die Gott bewusst offen lässt. Und manchmal entsteht dadurch ein Bild von Gott, das mehr unserer Fantasie entspringt als seinem Wort. Demut im Umgang mit der Bibel bedeutet deshalb nicht, weniger zu glauben, sondern genau das zu glauben, was Gott gesagt hat — und nicht mehr. Das bedeutet, Gott zu vertrauen, auch wenn er uns nicht alles bis in Einzelheiten erklärt.

    Gebet
    HERR, bewahre uns davor, mehr wissen zu wollen, als du offenbart hast. Schenke uns ein hörendes Herz, das deine Worte ernst nimmt, und Demut, dort zu schweigen, wo du schweigst. Amen.

    Eine starke Hoffnung in der Bedrohung

    Doch ich bin gewiss, dass ich am Leben bleiben und sehen werde, wie gütig der HERR ist. Hoffe auf den HERRN, sei stark, und dein Herz fasse Mut – ja, hoffe auf den HERRN! 
    Psalm 27,13-14

    In diesem Psalm spricht David von den verschiedenen Bedrohungen, denen er schon ausgesetzt war: Intrigen, Feinde, Krieg. Selbst Vater und Mutter haben ihn verlassen (V. 10). Er steht allein da, ohne Familie, ohne Rückhalt und ohne menschliche Sicherheit. Auch wir alle haben Momente der Angst im Leben, wenn wir auf Heilung warten, auf eine Nachricht oder eine Wende in einer Angelegenheit. Da gibt uns das Ende dieses Psalms große Hoffnung. Es lässt uns darauf vertrauen, dass Gottes Güte unsere Angst besänftigen kann, auch wenn die Auswirkungen noch nicht sichtbar sind.

    Gebet
    HERR, schenke uns Davids Blick: dass wir deine Güte erwarten, auch wenn sie noch verborgen ist. Mach unser Herz stark und unverzagt im festen Vertrauen auf deine Zusagen. Amen.

    Genug ist genug

    Denn alles Böse erwächst aus der Habgier. Schon so mancher ist ihr verfallen und ist dadurch vom Glauben abgekommen. Wie viel Not und Leid hätte er sich ersparen können! 
    1. Timotheus 6,10

    Die Bibel verurteilt nicht, wenn jemand für seine Familie sorgt, vorsichtig plant oder Rücklagen bildet. Das gehört zum weisen, vernünftigen Handeln, das sogar ausdrücklich empfohlen wird. Aber Paulus sieht die Gefahr dort, wo das Herz anfängt, sich an Besitz zu klammern und die Gier nach mehr entsteht. Paulus warnt vor zwei Folgen: Die Habgier bringt Sünde hervor. Wer unbedingt „mehr“ will, beachtet keine moralischen Grenzen mehr. Darüber hinaus lenkt die Gier vom Glauben ab. Sie wird ihm zum Götzendienst und zieht ihn weg vom Vertrauen auf Gott. Demgegenüber empfiehlt Paulus die Gottesfurcht in Verbindung mit Genügsamkeit:

    Es stimmt ja: Als Christ zu leben bringt großen Gewinn. Allerdings nur dann, wenn man mit dem zufrieden ist, was man hat. Denn wir sind ohne Besitz auf diese Welt gekommen, und genauso werden wir sie auch wieder verlassen. Wenn wir zu essen haben und uns kleiden können, sollen wir zufrieden sein.
    1. Timotheus 6,6-8

    Gebet
    HERR, bewahre unser Herz vor der Gier und schenke uns die Freiheit des Genügens. Lass uns mit dem arbeiten, was du uns anvertraut hast, und dabei den Blick auf dein ewiges Ziel nicht verlieren. Amen.