Komm, wie du bist
„Der HERR, der Gütige, möge jedem vergeben, der sein Herz darauf gerichtet hat, Gott zu suchen, den HERRN, den Gott seiner Väter, auch wenn er nicht der Reinheit des Heiligtums entspricht!“
2. Chronik 30,18
König Hiskia lädt das ganze Volk zum Passafest ein. Viele kommen – aber sie sind kaum vorbereitet. Sie kennen die Reinheitsvorschriften nicht, sie haben Fehler gemacht, waren lange fern von Gott, sie sind religiös unsicher. Und doch: Sie kommen, weil sie Gott suchen. Und er antwortet nicht mit Strenge, sondern mit Gnade: „Der HERR erhörte Hiskia und heilte das Volk.“
Was bedeutet das für uns heute? Dieser Text öffnet eine Tür für alle, die sich unvollkommen fühlen. Für die, die sagen: „Ich kenne mich in der Bibel nicht aus.“ „Ich habe Fehler gemacht.“ „Ich bin nicht würdig.“ „Ich bin nicht so fromm wie andere.“ Die Botschaft ist: Gott baut seine Gemeinschaft nicht aus perfekten Menschen, sondern aus Menschen, die sich nach ihm ausstrecken. Er sieht nicht zuerst die Reinheit, sondern die Sehnsucht. Menschen finden nicht durch Perfektion, sondern durch Gnade im Glauben zusammen. Perfektionismus trennt. Gnade verbindet.
Gebet
HERR, du gütiger Gott, du siehst unser Herz, unsere Sehnsucht, unsere Unvollkommenheit. Nimm uns an, auch wenn wir nicht rein, nicht fertig, nicht vollkommen sind. Lass uns erfahren, dass deine Gnade größer ist als unsere Angst, nicht zu genügen. Amen.