Andacht Heute

Wachsam sein aus Liebe – nicht aus Angst

Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet!
Matthäus 24,44

Viele Prediger haben diesen Text schon benutzt, um ihre Hörer aufzurütteln. Sie wollten Menschen wach machen, aber sie haben sie erschreckt. Sie wollten Ernst vermitteln, aber sie haben Druck erzeugt. Angst kann kurzfristig wachrütteln, aber sie kann nichts dauerhaft Gutes hervorbringen. Sie führt zu Verkrampfung und ständiger Selbstbeobachtung statt zu Vertrauen und Freiheit.

Dabei arbeitet das Evangelium nie mit Angst. Jesus weist im Vers nur darauf hin, dass wir bereit sein sollen und nicht, dass wir uns fürchten sollen, weil er uns überraschen könnte. Wir sollten allerdings nicht verdrängen, dass unser Leben ein Ziel hat. Unser Leben sollten wir bewusst gestalten und Christus erwarten, ihn aber nicht fürchten. Als Christen leben wir nicht in Schuld und Sorge, sondern hoffnungsvoll. Nicht geduckt, sondern aufgerichtet. Nicht in Angst vor dem Kommen Jesu, sondern in Sehnsucht nach ihm.

Gebet
HERR Jesus Christus, du kommst nicht, um uns zu erschrecken, sondern um uns heimzuholen. Lass uns nicht gebeugt gehen, sondern aufgerichtet, nicht schuldbeladen, sondern getragen von deiner Gnade. Amen.

Gibt es eine Lösung für leere Kirchen?

Ja, sie würde existieren, wenn sich die christlichen Denominationen endlich darauf einigen könnten, Jesus die Ehre zu geben, statt ihren eigenen Lehren zu folgen. Schon von Anbeginn der Gemeinden gab es unterschiedliche Interpretationen dessen, was wahr ist, wie Gott wirkt und wie das Evangelium vom Heil am besten verstanden werden sollte. Bis heute haben diese Unterschiede zu beständigen Trennungen geführt, sodass am Ende der Zeit wohl nur noch wenige das wahre Evangelium kennen: die Seligmachung der Seelen. Was ist Glaube, wenn er nichts Sichtbares hat? Ist es ein Gebäude, sind es die Mitglieder einer Gemeinde oder nur ein einzelner Prediger, dem alle nachfolgen? Achtet darauf, dass das Wort Gottes im Mittelpunkt steht – und sonst nichts. Liebt einander, wie Jesus euch geliebt hat.

Zwischen Pflicht und Hingabe

Jesus aber sprach zu ihnen: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
Markus 1217

Damit widerspricht Jesus der Haltung, dass man sich einfach entziehen darf, wenn einem etwas ungerecht erscheint in seinem Land. Fragen wir uns einmal, was passieren würde, wenn jeder nach seinem eigenen Gefühl entscheiden dürfte, ob er den Staat unterstützt oder boykottiert. Unser Gemeinwesen würde mit ziemlicher Sicherheit zerbrechen. Jesus sagt, dass ein Staat nur bestehen kann, wenn Menschen ihren Beitrag leisten. Er spricht hier jedoch nicht von blindem Gehorsam. Bei einem Staat, der kriminell handelt und Menschen zu Verbrechen zwingt, wie im Dritten Reich, muss Widerstand möglich sein. In einem demokratischen Staat muss ich jedoch meinen Teil zum Gemeinwohl beitragen, auch wenn ich mit vielen Dingen nicht einverstanden bin. Beispielsweise damit, dass unser Staat für Gender-Projekte als Entwicklungshilfe jährlich 612 Millionen Euro ausgibt.

Jesus erinnert uns auch daran, dass es eine zweite Ebene gibt. Es gibt noch etwas, das nicht dem Staat gehört. Es gehört Gott. Unser volles Vertrauen gehört allein ihm.

Gebet
HERR, führe uns in allem, was wir tun, damit wir unsere Pflicht erfüllen im Alltag und gleichzeitg dir dienen. Amen.