Andacht Heute

Der einzig wahre Zugang zu Gott

Jesus sprach nun wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe. Alle, die vor mir gekommen sind, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben. 
Johannes 10, 7-10

Mit „alle, die vor mir gekommen sind“, meint Jesus nicht die alttestamentlichen Propheten, sondern selbsternannte Führer, die das Volk Gottes fehlgeleitet haben. Gemeint sind religiöse Führer, selbsternannte Messiasse und Lehrer, die nach Macht strebten, statt Gottes Willen zu tun. Auch Paulus hat vor diesen falschen Aposteln gewarnt, wie wir gestern in der Andacht gesehen haben. Jesus bezeichnet sich selbst als Tür. Er ist nicht eine Tür unter vielen anderen. Damit ist der einzig legitime Zugang zu Gott gemeint. Wer vor ihm kam und sich als Tür ausgab, war ein falscher Zugang. Nur durch Jesus findet die Seele Weide, Ruhe und Rettung.

Auch heute stehen wir täglich vor Türen, die einladend aussehen und zum Eintritt verlocken. Es sind Türen mit Aufschriften wie „Optimiere dich selbst!”, „Verbessere dich!” „Leiste noch mehr!” Sie machen Versprechungen, die uns das Heil bringen sollen, doch hinter diesen Türen erwartet uns nur Leere. Jesus sagt dagegen: „Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.

Gebet
HERR Jesus Christus, ich gehe durch deine Tür. Ich vertraue dir mein Leben an. Du schenkst mir Freiheit und Geborgenheit. Amen.

Paulus warnt vor falschen Aposteln

Was ich jetzt rede, das rede ich nicht dem Herrn gemäß, sondern wie in Torheit, in diesem zuversichtlichen Rühmen.
2. Korinther 11,17

Paulus spricht „in Torheit“, weil er sich gezwungen sieht, eine Sprache zu verwenden, die er eigentlich ablehnt. Die Korinther hören nur auf Menschen, die sich selbst inszenieren und dabei starke Worte, große Gesten und beeindruckende Auftritte verwenden. Deshalb nimmt Paulus bewusst die Rolle des Narren an, um die falschen Maßstäbe dieser „falschen Apostel“, wie er sie nennt, zu entlarven. Die Korinther lassen sich von Menschen beeindrucken, die sich als Diener Christi ausgeben, aber in Wahrheit nur sich selbst dienen.

Diese Gefahr ist nicht verschwunden. Auch heute gibt es Stimmen, gerade auch in den sozialen Medien, sogenannte „Influencer“, die sich selbst in den Mittelpunkt stellen, mit geistlicher Autorität prahlen, Menschen abhängig machen und dabei den Namen Jesu benutzen. Doch nicht jeder, der laut spricht, ist ein Apostel Christi. Wahre Autorität zeigt sich in Demut, Treue und Liebe und nicht im Glanz der Selbstdarstellung. Paulus zeigt, dass wahre geistliche Autorität in Hingabe und Liebe besteht. Er rühmt sich nicht seiner Stärke, sondern seiner Leiden und Schwäche – und gerade darin wird Christus sichtbar.

Gebet
HERR Jesus Christus, gib uns ein waches Herz, das zwischen Wahrheit und Verführung unterscheiden kann. Lass uns Menschen sein, die nicht beeindrucken wollen, sondern dienen. Amen.

Wenn Gott unsere Gebete nicht erhört

„Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“
Matthäus 26,39

Es gibt zahlreiche Abhandlungen über die Gründe, weshalb Gott nicht alle unsere Gebete erhört. Als mögliche Gründe werden angeführt: Falsche Zielsetzungen, mangelnde Intensität beim Beten, ein sündhaftes Leben, Glaubenszweifel und vieles andere mehr. Oft wird dabei unausgesprochen suggeriert, dass es an uns liegt, wenn Gott uns nicht erhört. Demzufolge müssten wir nur genug an uns arbeiten, damit er ein Einsehen mit uns hat. Dieses Denken haben wir in unserer Kindheit eingeübt. Wenn ein Vater das ersehnte Spielzeug nicht kaufen will, kommt das Kind auf die Idee, ihn durch besonderes Wohlverhalten umstimmen zu können. Es räumt vielleicht sein Zimmer auf und hofft, damit etwas zu erreichen. Der Vater wird über diese „Taktik” seines Kindes schmunzeln und es loben, ihm aber auch liebevoll erklären, dass er den Wunsch nicht erfüllen wird. Eltern müssen in der Kindererziehung verantwortungsvoll mit ihren Kindern umgehen.

Auch Gott kann nicht auf alle unsere Wünsche eingehen und wird somit so manches Gebet nicht erhören. Er ist der Souverän, er hat uns und die ganze Welt erschaffen. In Hiob 41,3 sagt der Herr: „Wer hat mir jemals etwas gegeben, das er nun von mir zurückfordern könnte? Mir gehört die ganze Welt.“ Gott schuldet niemandem etwas. Er ist absolut frei in seinem Handeln. Alles gehört ihm – auch wir, unser Leben, unsere Zeit und unsere Zukunft. Dies widerspricht der Idee, dass ein Gebet so etwas wie ein Vertrag ist: „Ich bete – und Gott muss reagieren.“ So ist es nicht. Gott ist absolut souverän in seinem Handeln. Er gibt, wenn er will, und nicht, weil wir einen Anspruch darauf haben.

Gebet
Herr, du bist der Ursprung aller Dinge, und nichts in dieser Welt gehört uns, sondern alles ist Geschenk aus deiner Hand. Du hörst unser Rufen, auch wenn du anders antwortest, als wir es erhoffen. Amen.