Andacht Heute

Das erhobene Lob Gottes

Ich will den HERRN loben in meinem Leben; ich will meinem Gott singen, solange ich bin.
Psalm 146,2

Gestern habe ich eine Andacht über das Lob Gottes im alltäglichen Gespräch geschrieben. Heute soll es um das Lob Gottes im Gesang gehen. Es ist die intensivste Form des Lobes, weil sie den ganzen Menschen einbezieht. Gesang ist nicht nur ein schmückendes Beiwerk im Gottesdienst, sondern Ausdruck des ganzen Menschen, getragen vom Atem, von der Stimme, vom Rhythmus und von der Gemeinschaft. Wenn eine Gemeinde singt, geschieht etwas, das sich nicht erklären lässt, das aber jeder spürt: Wir werden in eine Bewegung hineingenommen, die größer ist als wir selbst. In vielen geistlichen Liedern wird das Lob Gottes gefühlt, getragen, wiederholt und gesteigert. Dabei wächst es über uns hinaus. Es erhebt unser Herz. Der Gesang trägt unser Lob über unsere eigenen Worte hinaus. Im Miteinander verbindet er uns mit Gott.

Gebet
HERR, führe uns mit dem Gesang hinein in das große Lied deiner Schöpfung, damit wir einstimmen können in den Ruf:
Lobe den HERRN, meine Seele. Amen.

Das Lob Gottes im Alltag

Alles, was atmet, lobe den HERRN!
Psalm 150.6

Das Lob Gottes beginnt nicht erst im Gottesdienst. Wenn wir im alltäglichen Gespräch davon erzählen, was uns bewegt, dann ist das ebenfalls ein Ort, an dem wir ein Bekenntnis zur Ehre Gottes abgeben können. Für dieses einfache Lob braucht es keine Bühne, keine Vorbereitung und keine besondere Form. Oft genügt ein Satz wie: „Da hat mir Gott wieder geholfen!“. Damit sprechen wir aus, was uns trägt. Wir bekennen, wem wir vertrauen. Unser Glaube wird für alle hörbar, wenn wir ein öffentliches „Ja“ zu unserem Gott aussprechen, dem wir alles zu verdanken haben.

Gebet
HERR, lass uns im Alltag mutig aussprechen, wo wir deine Hilfe erfahren haben. Lass uns durch unser Lob andere stärken. Amen.

Vom Dank zum Lob

Lobt den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HERRN, meine Seele!
Psalm 103,22

Am Anfang von Psalm 103 stehen die Gründe, warum wir Gott Dank schulden. Es sind beileibe nicht alle, aber einige markante Begriffe werden hier aufgelistet: Vergebung, Heilung, Erlösung, Sättigung und Erneuerung. Der Psalm endet nicht im Rückblick, sondern im Aufbruch, mit einem Aufruf zum Lob Gottes. Dieser Übergang vom Dank zum Lob ist hochinteressant. Dank schaut zurück, erinnert und zählt Gottes Taten. Und Lob? Lob feiert Gottes Wesen, schaut hinauf und erhebt.

Die Frage ist, wie sich dieses Lob konkret ausdrücken kann. Es gehört zu seinem Wesen, dass es Gestalt annimmt. Aus dem tiefsten Inneren, ausgehend vom Dank, will es hinausgetragen werden. Lob ist nichts, das im Verborgenen bleibt. Es drängt in die Gemeinschaft, in einen Chor der Stimmen, der sich hinaufschwingt zu Gott. Es wäre jedoch falsch anzunehmen, dass ein vielstimmiger Lobpreis in einer Gemeinde die einzig mögliche Form darstellt. Deshalb möchte ich morgen mit dem Lob durch das Wort beginnen, mit dem gesprochenen Bekenntnis zur Größe Gottes.

Gebet
HERR, führe uns vom Dank ins Lob. Mach uns zu Menschen, die es zum Ausdruck bringen können. Du bist würdig, gelobt zu werden. Amen.