Andacht Heute

Hoffnung, weil Gott das letzte Wort hat

„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“
Römer 12,12

Paulus hat diesen Satz nicht aus einem bequemen Leben heraus geschrieben. Er hat Verfolgung, Gefängnis, Ablehnung und Not erlebt. Seine Aufforderung zur Hoffnung ist kein billiger Optimismus und kein bloßes „Kopf hoch, wird schon wieder“. Er schaut der Wirklichkeit ins Gesicht. Dennoch spricht Paulus von einer Hoffnung, die tiefer reicht als die äußeren Umstände, so schwer sie auch sein mögen. In einem einzigen Satz verbindet Paulus drei Dinge:

„Seid fröhlich in Hoffnung.“ Nicht die Gegenwart macht fröhlich, sondern die Gewissheit, dass Gott das letzte Wort hat. Christen leben aus einer Zukunft, die Gott ihnen bereits zugesagt hat.

„Geduldig in Trübsal.“ Geduld bedeutet, unter der Last stehen zu bleiben, ohne die Hoffnung aufzugeben. Wie ein Baum, der im Sturm schwankt, aber nicht entwurzelt wird.

„Beharrlich im Gebet.“ Wo die Hoffnung schwach wird, trägt das Gebet. Gebet ist nicht nur das Vortragen von Wünschen. Es ist das Festhalten an Gott, wenn die eigenen Kräfte nicht mehr reichen.

Die Jünger nach dem Karfreitag standen selbst an einem Punkt, an dem alles zu Ende schien. Jesus war am Kreuz gestorben, ihre Hoffnungen waren zerbrochen. War sein ganzes Leben und Sterben umsonst gewesen? Aus menschlicher Sicht gab es keinen Grund mehr, auf einen guten Ausgang zu hoffen. Die Auferstehung lag außerhalb aller Erwartungen. Gerade darin zeigte sich Gottes unerwartetes Handeln.

Darin liegt auch für uns eine wichtige Lebenshilfe. Nicht jede Krise löst sich schnell und vollkommen auf. Manches Leid bleibt länger bestehen, als wir es uns wünschen. Doch Ostern erinnert uns daran, dass Gott auch dort handeln kann, wo wir keinen Ausweg mehr sehen. Christliche Hoffnung gründet auf den auferstandenen Christus. Die Hoffnung, von der Paulus spricht, bewahrt uns vor Resignation, die Geduld vor Aufgeben und das Gebet vor Einsamkeit.

Gebet:
HERR Jesus Christus, schenke mir eine Hoffnung, die nicht von Umständen abhängt, sondern von Dir. Gib mir Geduld in der Trübsal und Ausdauer im Gebet. Ich vertrauen darauf, dass Du auch dort wirkst, wo ich keinen Ausweg sehe. Amen.

Versöhnung mit sich selbst und dem eigenen Leben

Doch der Herr hat zu mir gesagt: „Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Auswirkung.“ Daher will ich nun mit größter Freude und mehr als alles andere meine Schwachheiten rühmen, weil dann die Kraft von Christus in mir wohnt.
2. Korinther 12,9

Es geht heute um die Lebensfrage, wie ich mit meinen Fehlern, Versäumnissen und unerfüllten Wünschen leben kann. Kann mir dabei die Bibel helfen?

Wir kennen diese Entrümpelungssendungen im Fernsehen. Da kommt ein Team in einen Messiehaushalt und löst das ganze Chaos auf. Der Erfolg solcher Sendungen beruht zum großen Teil auf dem sozialen Vergleich. Psychologen sprechen hier von einem Abwärtsvergleich. Das eigene Selbstwertgefühl wird kurzfristig stabilisiert, weil man jemanden sieht, der größere Schwierigkeiten hat. Man denkt vielleicht: „In meinem Leben gibt es manche Probleme, aber immerhin ist es nicht derart außer Kontrolle.“ Allerdings hilft uns das nicht wirklich, weil es uns nicht aus dem ständigen Vergleichen mit anderen und der Beschäftigung mit eigenen Fehlern, Schwächen und Versäumnissen herausführt.

In der Stelle im Korintherbrief geht Paulus auf diese menschliche Problematik ein. Dabei verschiebt er die Perspektive: Paulus erhält nicht die ersehnte Befreiung von seinem Problem, sondern die Zusage, dass Gottes Gnade darin ausreicht. Die Schwäche wird nicht verherrlicht, sondern sie wird zum Ort, an dem Gottes Wirken sichtbar werden kann.

Für uns bedeutet dies, dass wir uns davon lösen können, Fragen wie diese zu stellen: „Wie werde ich meine Fehler los?“ „Wie kann ich Versäumtes nachholen?“ „Wie bekomme ich doch noch, was mir fehlt?“ Nach Paulus müssen wir unsere Schwächen nicht mehr verbergen. Wir müssen nicht mehr unsere Bedeutung aus eigener Stärke ableiten. Unser Wert hängt nicht von einer perfekten Lebensbilanz ab. Wir müssen unser Leben nicht nachträglich perfekt machen. Und was das Wichtigste ist: Wir dürfen gerade in unserer Bedürftigkeit ganz auf Christus vertrauen. Sagen wir uns: „Ja, ich bin unvollkommen. Ja, ich habe Schwächen. Aber gerade deshalb bin ich auf Gottes Gnade angewiesen. Und diese Gnade genügt.“

Ich muss mich nicht länger über andere erheben und mich auch nicht ständig mit ihnen messen. Gott kennt meine Geschichte mit allem Gelungenen und Misslungenen. Er kennt die Entscheidungen, die ich heute anders treffen würde, die Chancen, die ich verpasst habe, und die Wünsche, die unerfüllt geblieben sind. Wenn uns das bewusst ist, dürfen wir uns mit uns selbst und dem eigenen Leben versöhnen. Nicht weil alles gut war, sondern weil Gott auch das Unvollkommene in seinen guten Händen hält.

Gebet
Herr Jesus Christus, du schenkst mir Frieden mit meiner Vergangenheit und Hoffnung auf die Zukunft mit dir. Amen.

Wenn die Zukunft Sorgen macht

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“
1. Petrus 5,7

    Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Hans-Werner Sinn zeichnet in einem Vortrag an der Universität Luzern ein sehr ernstes Bild der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Solche Gedanken können Sorgen auslösen:
    Wie steht es um unsere Arbeitsplätze?
    Wie wird die Zukunft unserer Kinder aussehen?
    Werden Frieden, Wohlstand und Sicherheit erhalten bleiben?
    Was kommt noch auf uns zu?
    Sorgen entstehen oft aus Dingen, die wir nicht kontrollieren können.

    Sehen wir uns den heutigen Bibelvers an. Petrus sagt nicht: „Macht euch keine Sorgen, alles wird gut.“ Oder: „Eure Probleme sind gar nicht so schlimm.“ Aber er sagt: „Werft eure Sorgen auf Gott.“

    Das ist die Lebenshilfe dieses Bibelverses: Es sind nicht wir, die durch Nachdenken, Grübeln und Sorgen die Zukunft sichern müssen. Wir sollen verantwortungsvoll handeln, aber wir können niemals alles im Griff haben. Die Zukunft liegt nicht in unseren Händen, sondern in Gottes Hand. Darum müssen wir unsere Last nicht allein tragen. Gott sorgt für uns und trägt die Zukunft bereits. Was uns bleibt, ist das Gebet.

    Gebet
    HERR, oft machen wir uns Sorgen um die Zukunft, um unser Land, um unsere Familien und um unser eigenes Leben. Wir vertrauen darauf, dass du uns damit nicht allein lässt. Amen.