Gottes Kurs und unsere Antwort
Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.
Jakobus 1,12
Justus Lipsius (1547–1606) war ein flämischer Humanist und der Begründer des Neostoizismus. Er lehrte eine Haltung der „Constantia” (Hauptwerk „De Constantia”, 1584) und damit eine innere Festigkeit angesichts äußerer Unruhe. Im Unterschied zu den antiken Stoikern wie Seneca, bei denen selbst die Götter dem Schicksal unterworfen waren, lieferte Lipsius eine christlich interpretierte Version des Ausgeliefertseins des Menschen. Gott ist allmächtig und lenkt das gesamte Geschehen in seiner Vorsehung. Der Mensch bleibt aber frei und verantwortlich in seinem Handeln. Gott weiß, wie wir handeln werden, aber wir handeln trotzdem selbst. Gott kennt den Weg, aber wir gehen ihn mit eigenen Schritten.
Das ist nicht ganz leicht zu verstehen. Zur Verdeutlichung verwendet Lipsius das Bild eines Schiffes. Dessen Kurs ist von Gott gesetzt, im Sinne eines guten Ziels. Wir sind an Bord und es liegt in unserer Hand, wie wir an Bord leben. Wir können auf dieser Reise murren und sogar die „Reiseleitung” infrage stellen oder einfach dankbar sein für das, was uns begegnet. Es liegt in unserer Hand, ob wir ins Zweifeln geraten oder darauf vertrauen, am Ende in einen sicheren Hafen zu gelangen. Für unseren Glauben bedeutet dies, dass wir zwar den Kurs nicht bestimmen können, aber unsere Einstellung Gott gegenüber. Wir dürfen in Gottes Vorsehung geborgen sein und dennoch menschlich verantwortlich handeln.
Gebet
Danke, HERR, dass wir nicht einem blinden Schicksal ausgeliefert sind und deiner guten Führung vertrauen dürfen. Du bestimmst den Kurs und wir dürfen uns auf das Ziel freuen. Amen