Lassen wir uns korrigieren!
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns vergibt und reinigt.
1. Johannes 1,9
Der „Nachruf auf meinen Radiergummi” des fränkischen Dichters Gerhard C. Krischker (geboren 1947 in Bamberg) lautet lapidar: „Du hast dich aufgerieben für meine Fehler”. Diese liebevolle Mischung aus Witz und Selbstironie enthält eine tiefe Wahrheit. Ein so unscheinbares Ding wie ein Radiergummi ist ein wichtiges Korrektiv, wenn wir uns vor Augen führen, dass wir unser Leben „mit Bleistift” schreiben. Wir planen, entscheiden, handeln – und manches geht schief. Wir machen Fehler, aber die sind nicht das Problem. Zum Problem werden sie erst, wenn wir sie nicht korrigieren lassen.
Gott radiert, wenn wir ihn lassen. Das tut er nicht brutal, sondern behutsam und mit großer Geduld. Er löscht nicht uns, sondern das, was uns von ihm trennt. Damit schenkt er uns immer wieder einen neuen Anfang. Um eine Erfahrung reicher dürfen wir die radierte Stelle neu beschriften. Gott ist kein Rotstift, der anstreicht, was falsch ist. Er ist der Radiergummi, der uns die Freiheit gibt, weiterzuschreiben. So wie sich ein Radiergummi auflöst, wenn er unsere Fehler tilgt, so hat sich Christus hingegeben, um das auszuradieren, was uns von Gott trennt. Er ist für unsere Sünden gestorben.
Gebet
HERR, du kennst unsere Fehler, unsere Brüche, unsere schiefen Linien. Danke, dass du uns nicht ausradierst, sondern erneuerst. Schenke uns ein reines Herz und einen neuen Geist. Mach uns mutig, Fehler zuzugeben, und demütig, uns korrigieren zu lassen. Und lass uns anderen mit derselben Geduld begegnen, die du mit uns hast.
Amen.