Wenn Bilder predigen
„Schreib die Vision auf und zeichne sie auf Tafeln, damit man sie geläufig lesen kann.“
Habakuk 2,2
Kunst ist eine Form der Verkündigung, die älter ist als viele Predigtformen. Lange bevor Menschen lesen konnten, bevor Bibeln übersetzt wurden und Worte verstanden wurden, haben Bilder gesprochen. Kirchen waren voller gemalter Evangelien: Fresken, Altäre, Skulpturen und Glasfenster. Sie waren die Bibel für die Augen.
Vor einiger Zeit stand ich wieder einmal vor dem großen Gemälde „Das Große Jüngste Gericht“ von Peter Paul Rubens (siehe Andacht vom 14.06.2026), das ganz zentral in der Alten Pinakothek in München hängt. Da kann man sehen, wie eine ganze Theologie in ein einziges Bild gefasst wird. Man steht davor und wird in eine eindrucksvoll gedeutete Welt hineingezogen. Ich habe geschrieben: „Das Bild predigt: Unser Leben hat Gewicht. Es ist nicht egal, wie wir leben, lieben und glauben.“
Kunst ist eine Verkündigung, die nicht belehrt, sondern berührt. Das ist wohl auch der Grund, warum große Kunstwerke über Jahrhunderte hinweg Menschen erreichen. Sie sprechen ohne Worte. Sie zeigen Christus, den Richter und Erlöser, so wie Rubens es tut: nicht als Tyrann, sondern als der, der sich den Seligen liebevoll zuneigt.
Gebet
HERR Jesus, lass das Sichtbare in der Kunst für noch viele zum Weg werden, deine Wahrheit zu erkennen. Amen.