Andacht Heute

Christen in der Welt

Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.
Johannes 17,14-15

Jesus betete zum Vater für seine Jünger. In den heutigen Versen geht es um das Verhältnis der Christen zur umgebenden Welt der Ungläubigen. Die Nachfolger Jesu sollten weiter ihren Weg gehen im Bewusstsein, nicht mehr wirklich zu dieser Umgebung zu gehören. Sie sollten sich als Pilger betrachten, die auf dem Heimweg zu Gott sind und die gefallene Welt durchwandern. Dabei geht es nicht ohne Absonderung vom Lebensstil und den Werten dieser ungläubigen Menschen. Aber wie Gott bei ihnen trotz ihrer massiven Sündhaftigkeit nicht seine Geduld verliert, sollten Christen sich in Liebe üben. Eingedenk dessen dürfen sie sich einbringen in alle Bereiche rechtmäßigen menschlichen Tuns. Durch ihre christlichen Wertmaßstäbe können sie Salz und Licht in jeder menschlichen Gesellschaft sein und so eine Neugier erwecken, die zum Glauben führen kann.

So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Matthäus 5,13

Wodurch uns sicher geholfen wird

Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet, da ihr ja wisst, dass die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt. Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollständig seid und es euch an nichts mangelt. Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden.
Jakobus 1,2-5

Wir alle sind Prüfungen und Anfechtungen ausgesetzt. Unser Glaube ist kostbar, wir dürfen uns über ihn freuen und bekunden. Er muss sich aber in den Stürmen des Lebens bewähren. Hier ist standhaftes Ausharren gefordert, das dem Zaudern und Zweifeln trotzt. Vertrauen sollte man nicht der weltlichen Weisheit, da sie arg begrenzt ist und uns in Notsituationen nicht helfen kann. Wenn durch eine Krankheit unser Leben in Gefahr ist, rufen wir nicht die Nachbarin an, die sich seit kurzer Zeit mit Homöopathie beschäftigt und ihre Umgebung mit allerlei Gesundheitsratschlägen versorgt, sondern wir wählen die Nummer für den ärztlichen Notdienst. In seelischer Not beten wir zu Gott, der uns mit seiner Weisheit versorgt, die der menschlichen unendlich weit überlegen ist. Es gibt übrigens eine Bibelstelle, die nicht ohne Augenzwinkern als „Notrufnummer Gottes“ bezeichnet wird: 5015, nach Psalm 50, Vers 15:

„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst du mich preisen.“

Klar benennen statt umschreiben

Wenn wir unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
1. Johannes 1,9

Es gibt auch Übersetzungen, die das Wesen Gottes, dass er treu und gerecht ist – wie oben in der Schlachter 2000 -, zu umschreiben versuchen, wie die Hoffnung für alle, wo es heißt „dann erweist sich Gott als treu und gerecht“ oder die Neue evangelistische Übersetzung, welche formuliert: „zeigt Gott, wie treu und gerecht er ist“. Beide Male wird Gott gelobt, als eine Macht, die sich von ihrer besten Seite zeigt, wenn wir uns ehrlich zu uns und IHM verhalten. So als läge es in unserer Hand, wenn seine höchste Qualität in Erscheinung tritt. In der ersten Übersetzung, in der „Gott sich als treu und gerecht erweist“, wird implizit behauptet, dass ER auch untreu und ungerecht sein könne. Im anderen Fall wird von ihm angenommen, er habe es nötig zu zeigen, wie treu und gerecht er sein könne. Warum bleibt man nicht dabei, das Wesen Gottes einfach und ohne Umschweife im Deutschen mit dem Hilfsverb „ist“ auszudrücken, in Verbindung mit den Adjektiven „treu“ und „gerecht“? Wir sehen doch, dass Gott gar nicht anders sein kann, weil er immer so „ist“, sodass wir auf das einleitende „wenn“ sogar verzichten könnten, es aber in diesem sprachlichen Zusammenhang doch besser verwenden, bedingt durch die inhaltliche Hauptaussage der Notwendigkeit des Bekenntnisses unserer Sündhaftigkeit.

Martin Luther hat bei seiner Bibelübersetzung viel Mühe darauf verwendet, einfach und leichtverständlich im Ausdruck zu sein. So schreibt er: „Ich hab mich bemüht beim Dolmetschen, dass ich reines und klares Deutsch geben möchte. Und es ist uns sehr oft begegnet, dass wir vierzehn Tage, drei, vier Wochen ein einziges Wort gesucht und erfragt haben, und haben’s dennoch zuweilen nicht gefunden.“ Bei Neu-Übersetzungen erkennt man an manchen Stellen das allzu angestrengte Suchen nach einem alternativen Ausdruck zur geläufigen Version. In Luthers Übersetzung von 1545 heißt es übrigens: „So wir aber vnsere sünde bekennen / so ist er trew vnd gerecht / das er vns die sünde vergibt / vnd reiniget vns von aller vntugent.“