Andacht Heute

Weiß-schwarz oder Wahrheit und Lüge

„Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger
und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“
Joh 31-32

Gestern war das der Vers, über den ich im Bibelkreis nachgedacht habe. Die andern Mitglieder bekamen einen anderen Vers, der aber genau zu dem passte, was sie gerade an Antwort brauchten. Das Nachdenken über das Wort Gottes auch das Nachsinnen genannt, ist eine wichtige Zeit um Erkenntnisse zu erhalten, die für unseren Glauben wichtig sind. Was ich dazu schrieb, war folgendes:

Mehr als unsere Bilanzen

Ich bin überzeugt, dass der, der etwas so Gutes in eurem Leben angefangen hat, dieses Werk auch weiterführen und bis zu jenem großen Tag zum Abschluss bringen wird, an dem Jesus Christus wiederkommt.
Philipper 1,6

Gerade im Alter kommen die Erinnerungen. Neben schönen Momenten können auch Gedanken wie „Ich hätte mehr erreichen können“ aufkommen. Oder: „Ich habe Chancen nicht genutzt.“ Schnell geraten wir in die Falle der negativen Bilanzbuchhaltung, wenn wir meinen, viele Möglichkeiten verpasst zu haben und dass andere in ihrem Leben mehr geschafft haben. Als Christ könnte man denken: „Christus vergibt meine Sünden, aber was ist mit all dem, was ich nicht erreicht habe?”

Die Bibel ist da klar und eindeutig: Christus trägt alles, nicht nur unsere Schuld und Sünden. Er trägt auch alles, was uns von Gott trennt, eben auch das Unvollendete, das Versäumte, das Ungelebte. Ein Mensch kann sein Leben negativ bilanzieren. Gott aber sieht das Ganze – und das Ganze ist größer als die Summe der verpassten Chancen. Wie oft hat er uns auf Umwegen beigestanden, Brüche in etwas Tragendes verwandelt und sogar unser Versagen genutzt, um Neues zu schaffen! Das ist vielleicht unser tiefster Trost, wenn wir auf unser Leben schauen und denken, dass wir nicht genug erreicht haben. Die Vollendung liegt nicht in unserer Hand. Wir dürfen unvollendet bleiben, denn Gott vollendet alles.

Konflikte lösen

In der Welt habt ihr Angst, doch ich habe die Welt überwunden, spricht Jesus, der sündlose Sohn Gottes in seinem irdischen Dasein. Für bekehrte und demütige Christen ist es eigentlich ganz einfach, mit Enttäuschungen umzugehen: Man redet darüber, vergibt einander und versöhnt sich wieder – genau das wünscht sich Jesus von uns. Vergebt einander, so wie auch ich euch vergeben habe – so steht es im „Vaterunser“, das ER uns ans Herz gelegt hat.

Denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen schenkt ER Gnade.

In der Konfliktlösung weltweit läuft es oft ganz anders. Man zieht vor Gericht, und jeder versucht, dem anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. „Du bist schuld, dass ich so reagiert habe.“

Als Christen wissen wir, dass wir immer noch mit weltlichen Dingen zu tun haben. Am besten lernen wir in der Gemeinschaft mit dem HERRN und seinem Wort in geistlichen Kreisen, uns selbst zu prüfen und zu bewähren.

So haltet euch an die wunderbaren Aussagen von Jesus: Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter euch. (Matth 18,20)

Jesu Gegenwart ist nicht an große Zahlen, besondere Orte oder perfekte Stimmung gebunden. Sie entsteht dort, wo Menschen sich in seinem Namen verbinden – im Vertrauen, im Hören, im gemeinsamen Suchen.

Danke HERR für Deine Gnade. Amen