Wenn unsere Kräfte schwinden

Mein Mund ist voll von deinem Lob, von deinem Ruhm den ganzen Tag. Verwirf mich nicht zur Zeit des Alters; beim Schwinden meiner Kraft verlass mich nicht!
Psalm 71,8-9

Der Psalmist lobt Gott für alles, was er ihm zu verdanken hat, und drückt seine Freude aus. Gleichzeitig spricht er eine Befürchtung an, wenn er an sein Alter denkt: Seine Kräfte werden schwinden, die Angst wird sich einstellen, vergessen zu werden, aus Selbstbestimmtheit wird Hilfsbedürftigkeit und Abhängigkeit. Da verdrängt er nichts in seinem Jubel. Es werden auch schwierige Zeiten auf ihn zukommen, und genau dann wird die Nähe zu Gott noch wichtiger.

Im Alter stellt sich jedem Menschen die Frage, was ihn wirklich trägt im Leben. Wohl dem, der sich in Gott geborgen weiß und ihm vertraut. Er lobt Gott und bittet gleichzeitig: „Verlass mich nicht, wenn meine Kraft schwindet.” Das ist keine Schwäche des Glaubens, sondern eine ehrliche Haltung, bei der die Realität nicht ausgeklammert wird. Der Mund kann voll Lob sein, weil das Herz weiß: Gott hält mich, auch wenn meine eigenen Kräfte mich nicht mehr tragen können. Er ist uns treu in allen Lebensphasen.

Gebet
HERR, mein Leben liegt in deiner Hand – von Jugend an bis heute. Fülle meinen Mund mit deinem Lob, auch an den Tagen, an denen meine Kräfte kleiner werden. Amen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert