Andacht Heute

Glaube ist keine Last

„Wer an mich glaubt, aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“
Johannes 7,38

Ich habe heute einen Artikel von Achijah Zorn über die geistliche Obdachlosigkeit von Menschen ohne Gott in „Tichys Einblick” gelesen. Darunter steht ein Kommentar eines Menschen, der sich vom christlichen Glauben abgewandt hat und dies als befreiend empfindet. Er spricht von einem Glauben, den er „in die Tonne getreten habe”, und bedauert die Gläubigen. Diese müssten sich „selbst und anderen die Stärke ihres Glaubens versichern, ihren Glauben erneuern, hoffen, bitten, beten, betteln”.

Wenn ich das höre, stelle ich mir einen Stammtischbruder vor, der an einem Sommermorgen in einem Biergarten beim Frühschoppen sitzt und die fröhlich vorbeifahrenden Radler bedauert, weil sie sich so anstrengen müssten. Er selbst habe sich längst davon befreit, weil er erkannt habe, dass sich Sport nicht lohne. Natürlich hinkt der Vergleich, denn beim Glauben an Gott geht es nicht um eine Freizeitbeschäftigung, sondern um unsere grundsätzliche Einstellung zu unserer Existenz.

Ich fühle mich durch einen solchen Kommentar nicht angesprochen. Als gläubiger Christ muss ich mich von niemandem bedauern lassen. Wer den Glauben nur als Last kennt, wird ihn irgendwann abwerfen. Wer ihn aber als Beziehung zu Christus lebt, der weiß, dass die Kraft nicht aus einem religiösen Pflichtprogramm kommt, sondern aus einer Quelle, die Gott selbst schenkt. Deshalb müssen wir uns nicht bemitleiden lassen. Unser Leben wird dadurch nicht kleiner, sondern lebendiger.

Gebet
Herr Jesu, ich danke dir für das lebendige Wasser, dass du uns schenkst und gib diesem Menschen noch eine weitere Chance, dich kennenzulernen. Amen.