Teilt mit dem Hungrigen das Brot (Luther-Bibel)

Jes 58, 7 Ladet Hungernde an euren Tisch, / nehmt Obdachlose bei euch auf! / Wenn du jemand halbnackt und zerlumpt herumlaufen siehst, / dann gib ihm etwas anzuziehen! / Hilf dem in deinem Volk, der deine Hilfe braucht! 8 Dann strahlt dein Licht wie die Morgenröte auf, / und deine Wunden heilen schnell.  GNÜ

Es fällt auf, dass sich eine verkehrte Motivation eingeschlichen hatte:

3 Warum fasten wir, und du siehst es nicht? / Warum demütigen wir uns, und du merkst es nicht einmal?‘

Daraus erkennen wir auch, warum sie fasteten. Sie wollten Gott gnädig stimmen. Es wird auch erwähnt, dass sie unangenehm während des Fastens auffielen und anderen das Leben schwer machten. Das ist einfach gesagt: Vermessenheit und ein falsches Fasten. Gespielte Demut nützt also nichts. Darum gibt Gott, nochmal in seinem Wort, genaue Anweisungen, wie man fasten solle, nämlich, indem man sein Brot teilt und niemanden unterdrückt.

Eine Antwort auf „Teilt mit dem Hungrigen das Brot (Luther-Bibel)“

  1. Jesaja beklagte sich über die vorherrschenden Fastenrituale, die dem Herrn ein Gräuel waren. Während man sich am Sabbath nach außen dem Fasten hingab, betrieb man weiter seine Geschäfte und ließ Arbeiter für sich schuften. Scheinheilig im Zeichen von Klage und Trauer, sollte mit Selbstkasteiungen Gott wohlgesonnen gemacht werden, damit er die selbst gewählten Ziele unterstützt. Stattdessen empfahl der Prophet, die unterdrückten und heimatlosen Sklaven an den Tisch kommen zu lassen, um im gemeinsamen Mahl, Gott die Ehre zu erweisen.

    An dieser Stelle sollte man innehalten und fragen, ob man nicht selbst in einem Fasten-Denken verfangen ist, das Gott nicht wohlgefällig ist. Man investiert vieles an Ressourcen, um sich für selbstgesteckte Ziel immer noch mehr anzustrengen. Es ist weniger das Tun an sich, mehr sind es die Auswüchse, die nicht guttun, wenn Menschen wie wild Heilfasten, Pilgern, Joggen und vieles andere, was sie meinen, im Sinne der Selbstoptimierung tun zu müssen. Sie wollen es sich und ihrer Umgebung beweisen, dass sie über ihre Grenzen gehen können und verzichten dafür auf das Wesentliche: Zeit und Liebe haben für ihre Familie, für den Nächsten und für Gott. Der eigene Körper und der Wille stehen im Mittelpunkt, dem sich vieles unterzuordnen hat. Bei einem übergroßen Ehrgeiz stehen wir in Gefahr, den Willen Gottes nicht zu erfassen und den wahren Lohn nicht zu erhalten.

    Der Herr sagt: »Achtet den Sabbat als einen heiligen Tag, der mir gehört! Entehrt ihn nicht dadurch, dass ihr euren Beschäftigungen nachgeht. Entweiht ihn nicht durch Reisen oder durch Arbeit oder irgendwelche Geschäfte. Betrachtet ihn nicht als eine Last, sondern als einen Anlass zur Freude! Dann werde ich selbst die Quelle eurer Freude sein. Jesaja 58, 13-14

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