Wichtig statt nichtig

Halte meine Augen davon ab, nach Nichtigem zu schauen.
Psalm 119,37

Wie ihr nun angenommen habt den Herrn Christus Jesus, so lebt auch in ihm, verwurzelt und gegründet in ihm und fest im Glauben.
Kolosser 2,6-7

Es liegt an der Betrachtungsweise des Einzelnen, was ihm wichtig oder nichtig erscheint, denn er orientiert sich meist Ich-bezogen an dem, was ihn befriedigt und vielversprechend ist. Der Psalmenschreiber bittet jedoch Gott, dass Er ihn davon abhalte, nach Nichtigem zu schauen. Denn wie es scheint hat er keine guten Erfahrungen damit gemacht.

Wir wissen wie die Werbung Nichtiges anpreist und Begierden weckt. Wir fühlen uns betrogen, wenn das Vielversprechende nicht eintritt.

Besser ist es nach der wahren Fülle zu suchen, die nur in der Liebe Gottes zu finden ist. Wie dankbar können wir sein, dass wir Sein Wort haben und Jesus unser Heiland ist.

Danke HERR für Deinen Heiligen Geist, der uns lehrt und tröstet in dieser dem Verderben ausgesetzten Welt. Amen

Eine Antwort auf „Wichtig statt nichtig“

  1. Wenn man in der Psalm-Übersetzung hier vom „Nichtigen“ liest, dann könnte dies zu einem Missverständnis führen. Das „Nichtige“ und „Eitle“ wie in hebräisch hebel kommt aber hier nicht vor. Dessen Grundbedeutung ist „Wind, Hauch“. Es wird als Bild für das Vergebliche, das Vergängliche, das Nichtige verwendet. Es ist das Leitwort im Buch Prediger. Im 17. Jahrhundert wurde es noch einmal ein Hauptthema der Vanitas als Leitbegriff für alles irdische Tun. Das Mühen und Arbeiten des Menschen, auch sein Suchen nach einer gerechten Ordnung, sei letztlich nichtig und vergeblich.

    Im Urtext steht aber hier shav in der Bedeutung von „Lüge, Trug und Falschheit“. Verwendet wird es sonst u. a. in Bezug auf trügerische Erwartungen beim Götzendienst. Es erscheint hier als Fehlentscheidung, dass man beim Losungstext die Schlachter-Übersetzung gewählt hat, was an dieser Stelle auffällt, weil man sonst üblicherweise auf Luther zurückgreift. Da wird nämlich shav klar und richtig übersetzt: „Wende meine Augen ab, dass sie nicht sehen nach unnützer Lehre…“

    Im Kolosser-Vers hat man sich wieder an Luther gehalten, allerdings den darauffolgenden Vers vermieden, der für das Verständnis des Zusammenhangs unumgänglich ist.
    „Seht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der Überlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus.“ (Kolosser 2,8)

    Der Apostel Paulus hat hier gezielt eine Irrlehre angesprochen, die in der kleinasiatischen Stadt Kolossä ihre Anhänger gefunden hat und z. B. mithilfe rigoroser Speisevorschriften geistliche Mächte zu besänftigen trachtete. Einzig wegen deren Herkunft aus dem hellenistischen Raum wird hier von „Philosophie“ gesprochen, ein Begriff, der sonst an keiner anderen Stelle der Bibel vorkommt. Hüten sollte man sich davor, hier eine pauschale Ablehnung alles menschlichen Strebens nach philosophia i. S. von „Liebe zur Weisheit“ zu sehen.

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