Andacht Heute

Gottes Zorn über den Unglauben

Da rief Jesus: „Was seid ihr nur für eine ungläubige und verdorbene Generation! Wie lange soll ich noch bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn her!“
Lukas 9,42

Wenn man das liest, fragt man sich, warum Jesus so unmutig auf die Menschenmenge reagiert hat, die auf ihn zukam. Ein Vater, dessen Sohn von einem Dämon besessen ist, tritt auf Jesus zu und bittet ihn, seinen Sohn zu heilen. Zu Beginn des Kapitels erfahren wir, dass Jesus seine Jünger ausgesandt hat, um Kranke zu heilen. Doch schon bei diesem ersten Fall reichte ihre Heilkraft nicht aus. Fehlte ihnen der Glaube, obwohl sie doch den kannten, der ihnen die Vollmacht verliehen hatte? Die Menschenmenge stand erwartungsvoll um Jesus herum. Obwohl sie von seinen vielen Wunderheilungen gehört haben mussten, waren sie sich immer noch nicht sicher, ob es ihm auch bei dem besessenen Jungen gelingen würde. Dieser allgemeine Unglaube brachte Jesus zu einer Reaktion, die vielleicht so manchen verwundern könnte. Sollte der Sohn Gottes aber etwa sagen: „Ja, bringt ihn mir her, ich werde mal versuchen, ob ich ihn heilen kann. Ihr seid noch nicht ganz von mir überzeugt, aber ich werde sehen, was ich tun kann.“ ? Jesus zeigte dem Volk, dass es weiterhin ungläubig und verwirrt war, statt endlich zu erkennen, wen es vor sich hatte.

Heute können wir die ganze Heilsgeschichte von Jesus im Neuen Testament nachlesen. Die Existenz und das Wirkien Jesu ist historisch gesichert durch seriöse, unabhängige historische Quellen. Wer das immer noch nicht glaubt, sich hochmütig erhebt und sagt: „Das sind ja alles nette Geschichten, aber an diesen Jesus und seine Wunder kann man als aufgeklärter Mensch doch nicht glauben”, der soll doch nicht ernsthaft denken, dass ein solches Verbohrtsein im eigenen Unglauben nicht Gottes Zorn hervorruft!

Die Zuverlässigkeit der Evangelien

Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.
Markus 16,15

Ein Vorwurf der Skeptiker gegenüber der Bibel ist, dass die Urtexte durch zahlreiche Abschriften verfälscht worden seien, da die Abschreiber Fehler gemacht hätten. Sie hätten den Text auch verändert, um dogmatische Positionen der Kirche zu stärken. Als Beispiel wird häufig der lange Schluss des Markusevangeliums angeführt, aus dem auch der oben stehende Vers entnommen ist.

Tatsächlich gibt es eine Reihe von Hinweisen, dass die Verse von Markus 16,9–20 nicht zum ursprünglichen Markusevangelium gehören, da sie unter anderem nicht in den ältesten und zuverlässigsten Handschriften enthalten sind. Das mag so sein, aber es wäre völlig verfehlt, dies als Beweis für den Versuch zu sehen, die Auferstehung Christi im Nachhinein glaubwürdiger zu machen. Denn auch alle anderen Evangelien berichten unabhängig von Markus von den Erscheinungen des Auferstandenen. In diesem langen Schluss, der möglicherweise eine vollständigere, abgerundete Erzählung darstellt, wird nichts Neues berichtet, sondern eine bereits verbreitete Tradition wieder aufgegriffen. Die Auferstehung war bereits lange vor der Niederschrift des Markus-Evangeliums zentraler Glaube. In 1 Korinther 15 wird sie von Paulus bezeugt, Jahrzehnte vor der Niederschrift des Markusevangeliums. Auch der im obigen Vers berichtete Missionsbefehl von Jesus ist in Matthäus 28,19 belegt:

Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Treue zur reinen Lehre

Achte auf dich selbst; sieh zu, dass du die Lehre von Jesus Christus rein und unverfälscht weitergibst. Nichts soll dich davon abbringen. Dann wirst du selbst gerettet und alle, die auf dich hören.
1. Timotheus 4,16

    Bei diesem Vers muss man aufpassen, dass man ihn nicht fehlinterpretiert. Paulus spricht hier nicht von einer Möglichkeit zur Selbstrettung. Er würde sich sonst selbst widersprechen, ist er doch der entschiedenste Vertreter der Rechtfertigung allein aus Gnade: Aus Gnade seid ihr gerettet durch den Glauben, nicht aus euch – Gottes Gabe ist es“ (Eph 2,8–9). Paulus würde also niemals lehren, dass ein Mensch sich selbst erlösen könnte. Wenn in diesem Vers von „retten“ die Rede ist, dann nicht im Sinne von ewiger Rettung (das Heil), sondern im Sinn von „bewahren, schützen, vor Irrtum oder Schaden bewahren“. In den sogenannten Pastoralbriefen (1. und 2. Timotheus, Titus) geht es Paulus um die Bewahrung der Gemeinde vor falscher Lehre, geistlichem Schaden und Abfall. Mit seinem Brief will er den jungen Timotheus in seinem Leiter- bzw. Hirtenamt unterstützen. Er hat die seelsorgerische Aufgabe, die Menschen seiner Gemeinde geistlich zu begleiten, Orientierung zu geben, ihnen den Glauben zu erklären und die Lehre zu bewahren. Gerade deshalb ist seine Treue zur reinen Lehre so ungemein wichtig. Sie bewahrt die ganze Gemeinde vor Irrwegen.

    Auch für jeden Christen ist das Festhalten an der unverfälschten Lehre von entscheidender Bedeutung. Alles, was von Christus wegführt, seine Gnade relativiert oder uns in die Abhängigkeit von Menschen bringt, ist verdächtig. Bleiben wir demütig und prüfen wir die Lehrer und Leiter auch dahingehend, ob sie bescheiden auftreten oder sich nur selbst inszenieren.