Andacht Heute

Die Grunderneuerung durch den Geist

So verschieden die Gaben auch sind, die Gott uns gibt, sie stammen alle von ein und demselben Geist. Und so unterschiedlich auch die Aufgaben in der Gemeinde sind, so ist es doch derselbe Herr, der uns dazu befähigt.
1. Korinther 12,4-5

    Auch dem natürlichen Menschen, dem der Glaube an Gott noch nicht wichtig geworden ist, wurden bereits eine Reihe von Gaben geschenkt. Das könnten zum Beispiel sein: Intelligenz, Empathie, Organisationstalent, Musikalität, Mut, Sprachfähigkeit, handwerkliches Geschick usw. Wenn durch den Glauben der Geist Gottes hinzukommt, werden diese Fähigkeiten nicht ausgelöscht. Sie werden jedoch auf wundersame Weise verwandelt. So werden sie von Ichsucht, Ängsten und Konkurrenzdenken gereinigt. Dadurch werden sie fruchtbar für andere gemacht, weil sie mit Liebe verbunden sind. Entscheidend ist, dass diese durch den Heiligen Geist veränderten Gaben ganz auf Jesus Christus ausgerichtet sind. So wird aus einem natürlichen Talent eine geistige Frucht. Um ein Beispiel zu nennen: Jemand ist von Natur aus kommunikativ. Unter dem Einfluss des Geistes werden daraus Ermutigung, Trost, Verkündigung und Seelsorge. Der Mensch bleibt derselbe, wird aber neu ausgerichtet. Die Fähigkeiten bleiben dieselben, erhalten aber eine neue Fruchtbarkeit. Es können sogar neue Gaben hinzukommen, wie die Fähigkeit, Geister zu unterscheiden, anderen wichtige Erkenntnisse aus der Bibellese zu vermitteln oder Weisheit zum Ausdruck zu bringen. Du siehst: Der Geist macht aus dem, was du bist, etwas Neues und schenkt dir zugleich hinzu, was du noch nicht warst.

    In ältere Gedanken eintauchen

    Ich gedenke der früheren Tage, ich sinne nach über all dein Tun.
    Psalm 143,5

    Ich nehme hin und wieder meine älteren Tagebucheinträge zur Hand. Wenn ich mich erneut mit meiner damaligen Welt auseinandersetze, kann das sehr anregend sein. Es ist so mancher Gedanke darunter, den ich nicht weiter verfolgt habe und bei dem es sich lohnt, ihn erneut aufzugreifen. Inzwischen habe ich neue Erfahrungen gesammelt und kann im Rückblick einschätzen, was für mein Leben wertvoll war und was nicht. Beim Lesen meiner Notizen begegne ich auch meinem früheren Selbst mit all den Fragen, Hoffnungen und Befürchtungen, die mich einst bewegten. Vieles hat sich mit der Zeit in Luft aufgelöst. Wie häufig war die Realität nicht so schwer zu bewältigen, wie es zunächst aussah?

    Oft erkennt man erst im Nachhinein, wie Gott einen roten Faden durch das eigene Leben zieht, den man mitten im Geschehen nicht sehen konnte. Eine große Hilfe ist dabei die Bibel. Sie ist beileibe kein abstraktes Lehrbuch, sondern eröffnet einen Dialog zwischen ihrem wertvollen Text und unserer Erfahrung. Sie hilft uns, eine geistliche Kontinuität in unserem Leben zu erkennen, Wachstum sichtbar zu machen oder uns mit früheren Versionen unseres Selbsts zu versöhnen. Sie ist einfach ein wunderbares Handbuch für die Praxis unseres Lebens.

    Gebet
    HERR, du kennst meine Wege – die vergangenen und die kommenden. Wenn ich in alte Gedanken eintauche, öffne mir das Herz für das, was du mir damals schon zeigen wolltest und heute neu zeigst. Amen.

    Das so trügerische Bauchgefühl

    Esau schwor es ihm und verkaufte damit sein Recht, den größten Teil des Erbes zu bekommen, an seinen jüngeren Bruder.
    1. Mose 25,33

      In dieser Geschichte verkauft Esau sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht. Für ihn war in diesem Moment sein Baugefühl entscheidend. Sein Hunger ließ ihn offen für den Impuls werden, der ihn zu einer Kurzschlussentscheidung mit lebenslangen Folgen verleitete. Die Werbung, der wir täglich ausgesetzt sind, funktioniert in ähnlicher Weise. Da erscheint in schillernden Farben ein modernes Linsengericht in Form eines brandaktuellen Autos, das unser Begehren weckt und zur sofortigen Befriedigung auffordert: „Gönn es dir. Du verdienst es. Jetzt sofort.“ Unser Verstand soll ausgeschaltet werden, allein das Gefühl wird angesprochen. Ein Blick auf das Bankkonto könnte jedoch zeigen, dass eine so große Ausgabe nicht möglich ist. Aber es werden uns ja Kredite angeboten, an die wir uns dann viele Jahre binden.

      Demgegenüber steht die Besonnenheit als Gegenpol zur gefühlsgeleiteten Impulsivität. Wikipedia definiert sie als die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders in schwierigen oder heiklen Situationen dafür sorgt, dass der Verstand die Oberhand behält, um vorschnelle und unüberlegte Entscheidungen oder Taten zu vermeiden. Gott hat uns diesen Geist der Besonnenheit geschenkt. Wir sollten ihm Raum geben, um weise Entscheidungen zu treffen. Gefühle allein sind kein Maßstab. Mit Gefühlen können wir manipuliert werden. Gottes Geist tut das nicht.