„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“
Psalm 119,105
Wer nachts mit einer Lampe unterwegs ist, kann damit nicht die ganze Landschaft ausleuchten. Er sieht nicht jeden Hügel, nicht jede Wegbiegung und nicht alles, was hinter der nächsten Kurve liegt. Aber er erkennt, wo er den nächsten Schritt setzen kann. Vielleicht beschreibt dieses Bild ziemlich gut, was uns die Bibel geben kann. Sie nimmt uns nicht jede Unsicherheit. Sie erspart uns nicht alle schwierigen Entscheidungen. Und sie bewahrt uns auch nicht vor Enttäuschungen. Aber sie kann uns helfen, den nächsten Schritt zu erkennen.
Ich möchte mir in den folgenden Andachten Gedanken zur „Lebenshilfe aus der Bibel“ machen. Es kann sein, dass sich der eine oder andere Leser von einer Lebenshilfe vor allem eine praktische Anleitung erwartet: Man muss nur dies tun oder jenes lassen, dann wird alles besser. Doch das Leben ist komplizierter. Zwei Menschen können in einer ähnlichen Situation sein und trotzdem unterschiedliche Wege brauchen. Was dem einen hilft, kann für den anderen unpassend sein. Auch die Bibel nimmt uns das eigene Denken und Entscheiden nicht ab. Ihre Texte wollen verstanden werden. Und wir müssen damit rechnen, dass ein biblisches Wort uns nicht immer nur bestätigt. Manchmal tröstet es uns. Manchmal richtet es uns auf. Manchmal stellt es uns aber auch infrage. Gerade darin kann seine Hilfe liegen. Denn das Licht, von dem der Psalm spricht, ist nicht einfach eine kluge Idee. Es ist Gottes Wort, das uns begleitet und uns daran erinnert, wem wir unser Leben verdanken.
Gebet
HERR, öffne uns die Augen für das, was dein Wort uns sagen will. Hilf uns, darin Orientierung für unser Leben zu finden und zu erkennen, was uns trägt und Halt gibt. Amen.