Andacht Heute

Erinnern, das Gegenwart schafft

„Tut dies zu meinem Gedächtnis.“
Lukas 22,19

Wir erinnern uns auf unterschiedliche Weise. Manches klingt nur kurz nach, wie die letzten Töne einer Melodie. Anderes holen wir bewusst in unser Gedächtnis zurück. Dann wird Vergangenes für uns wieder gegenwärtig.

Im Neuen Testament steht in unserem Vers das griechische Wort anamnēsis. Davon stammt auch der medizinische Begriff „Anamnese“. Ein Arzt fragt nach früheren Beschwerden, Medikamenten und Erfahrungen. Er tut das nicht aus bloßer Neugier. Die Vergangenheit soll helfen, die Gegenwart zu verstehen.

Ähnlich meint anamnēsis in der Bibel mehr als ein bloßes Zurückdenken. Wenn Jesus sagt: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“, fordert er seine Jünger nicht einfach auf, sich gelegentlich an ihn zu erinnern. Sein Leben, sein Sterben und seine Auferstehung sollen in der Gemeinde gegenwärtig bleiben und ihr Leben bestimmen. Darum ist biblisches Gedenken mehr als Erinnerung. Es ist Vergegenwärtigung. Das Abendmahl nicht nur an ein Ereignis der Vergangenheit. Es vergegenwärtigt uns, dass Christus auch heute der Herr seiner Gemeinde ist und dass sein Heilshandeln auch uns gilt. Wer das Brot bricht und den Kelch empfängt, schaut deshalb nicht nur zurück. Er darf darauf vertrauen: Der Herr, der damals gehandelt hat, ist auch heute gegenwärtig. Seine Liebe gilt mir. Seine Vergebung gilt mir. Seine Treue trägt mich heute.

Gebet
HERR Jesus Christus, schenke uns ein lebendiges Erinnern. Stärke uns, wo wir müde geworden sind. Amen.