Wie gut, dass Gott nicht ist wie wir
„Darum bist du nicht zu entschuldigen, Mensch, wer du auch bist, der du richtest. Denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst; weil du ja dasselbe tust, der du richtest.“
Römer 2,1
„Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Umkehr leitet?“
Römer 2,4
Wie schnell sind wir oft mit einem Urteil über andere Menschen. Wir sehen eine Handlung, hören einen Satz oder kennen einen einzelnen Fehler und meinen, bereits zu wissen, wer dieser Mensch ist. In Römer 2 zeigt uns Paulus, wie wir sind. Er sagt, dass wir alle die gleiche menschliche Schwäche haben. Wer mit dem Finger auf andere zeigt, entdeckt früher oder später, dass drei Finger auf ihn selbst zurückweisen.
Was wäre, wenn Gott genauso handeln würde? Wenn er auf unsere Schwächen genauso unerbittlich schauen würde, wie wir oft auf die Fehler anderer schauen? Betrachtet er unsere Motive genauso oberflächlich wie wir oft die Motive anderer? Dann wäre es wohl schlecht um uns bestellt.
Gott ist aber nicht wie wir. Er kennt die ganze Wahrheit über unser Leben, auch die Seiten, die niemand sonst kennt. Und dennoch begegnet er uns nicht zuerst mit Verdammnis, sondern mit Güte, Geduld und Langmut. Diese Güte verharmlost die Sünde nicht. Sie übersieht das Böse nicht. Aber sie gibt Raum zur Umkehr. Gott spricht sein Urteil nicht vorschnell. Er gibt Zeit. Er wartet auf die Rückkehr der Menschen. Darum sollten wir vorsichtig sein mit schnellen Urteilen über andere. Wir alle leben von Gottes Geduld. Wer das erkennt, wird demütiger. Er wird weniger Richter und mehr Bruder, weniger Ankläger und mehr Fürbitter.
Gebet
HERR, lehre mich, andere Menschen mit den Augen der Barmherzigkeit zu sehen und mich täglich von deiner Güte leiten zu lassen. Amen.