Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
Psalm 103,2
Der Psalm 103, der in der Neuen evangelistischen Übersetzung mit „Das große Dankgebet“ überschrieben ist, beginnt nicht mit einer Liste von Gottes Wohltaten, sondern mit diesem Ruf ins eigene Herz.
David tut hier etwas, das wir nur selten bewusst tun: Er spricht zu seinem Innersten. Er ruft nicht zuerst die Gemeinde, nicht Israel, nicht die Welt – er ruft seine eigene Seele. Bevor wir die einzelnen Gründe des Dankes betrachten – Vergebung, Heilung, Rettung, Gnade und Erneuerung –, wollen wir uns mit David auf den Weg nach innen machen. Denn echter Dank entsteht nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus konkreter Erinnerung. Zu schnell kommen uns Gebete über die Lippen, die vorwiegend aus vielfach verwendeten Lobesfloskeln bestehen. Davids Worte laden uns ein, die Spuren Gottes in unserem Leben nicht zu übersehen. Er zeigt uns, dass Dankbarkeit eine geistliche Übung ist, ein bewusstes Erinnern an das Gute, das Gott jedem von uns getan hat.
In den kommenden Tagen möchte ich diese Übung des genauen Hinsehens anhand der in diesem Psalm aufgeführten Gründe des Dankes vertiefen. Vergessen wir dabei nicht: Dank beginnt im Inneren. Dank wächst im Erinnern. Dank führt ins Lob.
Gebet
HERR, schenke uns die Klarheit, uns zu erinnern an das Gute, das du getan hast. Amen.