Andacht Heute

Was hat der HERR gesagt?

Siehe, ich komme über diejenigen, spricht der HERR, die Lügenträume weissagen und sie erzählen und mit ihren Lügen und ihrem leichtfertigen Geschwätz mein Volk irreführen, während ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe, und sie diesem Volk auch gar nichts nützen!, spricht der HERR. Und wenn dich dieses Volk oder ein Prophet oder ein Priester fragen sollten: „Was ist die Last des HERRN?“, so sollst du ihnen antworten: „Was die Last ist? Ich will euch abwerfen!, spricht der HERR.“
Jeremia 23,32-33

In der politischen Debatte, im Journalismus, in den sozialen Medien – überall entstehen heute Worte, die nicht mehr klären, sondern aufheizen. Die aktuelle Diskussion über den Aufstieg der AfD zeigt das deutlich: Schlagzeilen werden dramatischer, Kommentare schriller, Warnungen lauter. Dadurch entsteht ein Ton, der nicht mehr nüchtern beschreibt, sondern Angst erzeugen soll. Die Sprache wird schwer, sie wird zur „Last“.

Jeremia 23 spricht genau in eine solche Situation hinein. Damals waren es die falschen Propheten, die mit großen Worten Eindruck machten. Sie sprachen von „Lasten des Herrn“, als hätten sie besondere, dramatische Offenbarungen. Sie erzeugten Druck, Angst, religiöse Schwere und verdrehten damit Gottes Wort. Gott widerspricht dem und ruft zur Reinigung der Sprache auf und damit zu: Nicht übertreiben. Nicht dramatisieren. Nicht mit religiösen oder politischen Floskeln Eindruck schinden. Nicht Lasten erzeugen, wo Gott Klarheit schenkt. Seine Sprache ist nicht manipulativ, sondern nüchtern, wahrhaftig und hilfreich.

Gebet
HERR, reinige auch meine Sprache. Bewahre mich vor Worten, die schwer machen, verwirren oder manipulieren. Schenke mir eine nüchterne, klare Stimme, die fragt: Was hast du gesagt? Was willst du wirklich von mir? Amen.