Was Jesus wirklich wichtig war

Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist.
Johannes 17,21

In seinem Abschiedsgebet in Johannes 17 hat Jesus eine der tiefsten Sehnsüchte für seine Nachfolger formuliert: Sie sollen eins sein, so wie er und der Vater eins sind. Diese Einheit sollte das sichtbare Markenzeichen der weltweiten Gemeinschaft aller Gläubigen sein – eine Einheit, die über Konfessionsgrenzen hinweg den Leib Christi bildet. Wenn man sich heute die Webseiten und Aushänge vieler Gemeinden anschaut, sieht man oft das Gegenteil: Detaillierte dogmatische Lehrpunkte dienen primär dazu, sich von anderen christlichen Gruppen abzugrenzen. Statt Brücken zu bauen, errichten wir Mauern aus Definitionen.

Dieser Widerspruch führt uns zu einer radikalen Selbstprüfung: Haben wir den Wunsch Jesu durch ein System theologischer Kontrollen ersetzt? Wir als Nachfolger sollten uns fragen: Bringt das akribische Sammeln von korrektem Wissen, wie Jesus es fordert, wirklich die von ihm gewünschte Einheit hervor? Oder zeigt sich diese Einheit doch erst, wenn das Wissen in gemeinsames Handeln umgemünzt wird?

Unser Glaubensbruder Volker Blockhaus hat in der 9. Episode seiner Reihe über „Gemeinde–Glaube–Bibel“ gezeigt, dass sich anhand der Verse aus dem Evangelium von Jesus selbst eine deutliche Gewichtung erkennen lässt. Sein Maßstab für die Nachfolge ist praktisch, nicht theoretisch. Wir sind aufgerufen, anderen Menschen zu vergeben (Mt 6,14–15), uns zu Jesus zu bekennen (Mt 10,32), Vertrauen in ihn zu haben (Joh 5,24) und bereit sein, das Kreuz zu tragen (Lk 9,23). Entscheidend ist also nicht theologisches Expertenwissen, sondern unsere Vergebungsbereitschaft, die Bereitschaft zum öffentlichen Bekenntnis, unser Glaube, der auf Vertrauen und Treue beruht und unsere Leidensbereitschaft.

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