Meine Zeit steht in deinen Händen.
Psalm 31,16
Die Zeit ist Bedingung des Daseins und zugleich Quelle von Glück und Leid. Der Mensch kann in allen drei Dimensionen der Zeit – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – gelingen oder scheitern. Zeit kann Fülle und Selbstgegenwart ermöglichen, aber auch zur Leere und Entfremdung führen. Mit der Zeit „zurechtzukommen“, sie zu gestalten statt ihr ausgeliefert zu sein, ist eine Hauptaufgabe menschlicher Existenz. Nur wenn wir unseren Tag sinnvoll takten, sind wir in der Lage, unserer Arbeit nachzugehen, Termine einzuhalten und den Tag zu strukturieren. Doch wie groß sind diese Gestaltungsmöglichkeiten wirklich? Wir stoßen an so manche Grenze. Da freuen wir uns auf eine Urlaubsreise und haben schon alles geplant, doch kurz vor der Abfahrt ereilt uns eine starke Erkältung – und alle Pläne sind hinfällig.
Das Leben ist nicht in allem vorhersehbar. Als Christen müssen wir unsere Endlichkeit akzeptieren. In Psalm 90 heißt es: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden.“ Es kommt nicht auf die Menge unserer Aktivitäten an. Oft ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Er wird uns von Gott geschenkt. Christliche Zeitgestaltung bedeutet nicht, alles zu schaffen, sondern im Vertrauen das Richtige zu tun und den Rest Gott zu überlassen.