Andacht Heute

Gott im Kleinen

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
Petrus 5,7

Es gibt Momente im Leben, die äußerlich unscheinbar sind und innerlich doch alles in Bewegung bringen. Gestern Abend war so ein Moment. Ich wollte meine neuen weichen Kontaktlinsen herausnehmen – eine einfache Sache, dachte ich. Doch es gelang nicht. Immer wieder versuchte ich es, immer wieder scheiterte ich. Die Minuten dehnten sich, und in mir begann ein Chor von Stimmen zu sprechen: „Das wirst du nie schaffen.“ „Du bist zu alt, zu ungeschickt.“ „Gib auf.“ „Probiere es weiter.“ Zwischen diesen Stimmen stand ich – frustriert, ungeduldig, fast hilflos.

Und in diesem inneren Durcheinander tat ich etwas, an das ich mich erst jetzt bewusst erinnere: Ich bat Gott um Hilfe. Ein Stoßgebet, ein Ruf aus der kleinen Not des Alltags. Und irgendwann – nach einer halben Stunde – gelang es. Die Linse löste sich, und mit ihr löste sich auch die Spannung in mir. Ich war erleichtert. Und ich dankte. Für diesen kleinen Sieg. Für diesen Tag. Für die Möglichkeit, wieder besser sehen zu können. Es war ein Moment, der mich daran erinnert hat: Gott ist nicht nur der Gott der großen Dinge. Er ist auch der Gott der kleinen Geduld, der stillen Kämpfe, der unscheinbaren Siege. Gott begegnet uns dort, wo wir an unsere Grenzen kommen.

Gebet
HERR, du siehst meine kleinen Kämpfe und meine großen Sorgen. Danke, dass du mir nahe bist – auch in den Momenten, die niemand sieht. Schenke mir Geduld mit mir selbst und offene Augen für deine Hilfe im Alltag.
Amen.