Doch glaubt mir: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht von euch wegginge, käme der Helfer nicht zu euch; wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden.
Johannes 16,7
Für die Jünger muss es ein Schock gewesen sein. Jesus war noch in ihrer Mitte, da sagte er, es wäre gut für sie, wenn er wegginge. Wie konnte das gut für sie sein, wo sie doch so gerne in seiner Nähe waren, seine Stimme hörten und den Weg gemeinsam mit ihm gehen konnten?
Um den Sinn dieses Abschieds zu erkennen, muss man keine geistige Hochakrobatik bemühen. Seine leibliche Gegenwart war nun einmal begrenzt. Er konnte nicht für alle Zeiten als Mensch gegenwärtig sein. Seine geistliche Gegenwart ist dagegen grenzenlos, weil er so zu allen kommt. Für die Jünger eröffnete sich dadurch ein Raum für ihre Reifung. Aus „Jesus macht alles“ wurde „Christus lebt in uns“. So wurden sie mithilfe des Heiligen Geistes zu mutigen Zeugen. Dieser machte die Gegenwart Jesu universell. Leiblich hätte er nur an einem Ort wirken können, doch durch den Helfer, den er schickte, konnte er überall zugegen sein. Wir sehen: Was nun folgte, war keine Ersatzlösung im Sinne eines Plan B – Jesus geht, dafür schickt er einen Helfer –, sondern die Vollendung des ganzen Auftrags. Seitdem ist der Heilige Geist bei uns und damit Gottes Gegenwart in uns. Seine Stimme ist da und seine Kraft hilft uns in unserer Schwäche im Alltag.
Gebet
Herr Jesus, du bist gegangen, damit wir dir näher kommen können. Sende deinen Geist in unsere Herzen. Mach uns zu Menschen, die aus deiner Kraft leben und deine Gegenwart in die Welt tragen.