Hiob antwortet seinen Ratgebern

Auch ich könnte reden wie ihr. Wenn eure Seele an der Stelle meiner Seele wäre, könnte ich Worte wider euch zusammenreihen, und mein Haupt über euch schütteln;
Hiob 16,4

Das kennen wir auch, dass wir uns oft unverstanden fühlen in unserer Not. Aber es gibt auch Menschen, die so lange keinerlei Hilfe bekamen, dass sie verzagen und jedem misstrauen, der sie anspricht. So war das auch als ich eine obdachlose Frau auf dem Schloßplatz in Karlsruhe ansprach. Ich fragte sie, ob sie mich versteht und ob sie schon etwas gegessen habe. Ich hatte eine belegte Semmel bei mir, die beim Frühstück im Café übrig blieb. Es hätte ihr so gut getan. Doch sie reagierte nicht. „Sicher haben sie schon viel mitgemacht und das Vertrauen zu Menschen verloren- Gott schütze sie“, sagte ich und ging.

Wie würde ich in so einer Situation reagieren? Ich weiß es nicht. Auch ich hatte schon mal durch Wohnungskündigung Angst mit meinem zwölfjährigen Sohn auf der Straße zu stehn. Ich rang um eine neue Bleibe und fragte überall nach. So kam ich zu einer guten alten Dame, die umgekehrt in der Not steckte und von vier Kindern, keines ihren Lebensmittelladen übernehmen wollte. So wurde ich Geschäftsfrau und mein Wunsch nochmal eine Familie zu haben, hat sie verstanden und auch dieser hat sich später erfüllt.

Wie kam es?

Ich hatte einen Vater, der mich liebte und der mir bekundete: „Was du anpackst, das klappt auch… “ Dass mein Vater mir unbewusst die Tür zum himmlischen Vater öffnete, das weiß nur ich. Heute kann ich mit all meinen Anliegen zum HERRN kommen, der in Christus bei uns war. IHM vertraue ich, auf IHN hoffe ich und IHN verkündige ich, solange ich lebe.


Eine Antwort auf „Hiob antwortet seinen Ratgebern“

  1. Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass besonders inkompetente Menschen dazu neigen, sich selbst und ihr Wissen zu überschätzen. So wollen sie mit ihren gut gemeinten Ratschlägen oft nur zeigen, dass sie etwas wissen, was den Anderen beeindrucken soll. Statt echter Hilfe sind es nur weitere Schläge, die sie unterschwellig austeilen. Er sei selbst schuld und müsse nur ihren Rat annehmen. So geht es auch Hiob, der sich von seinen Freunden nicht verstanden fühlt. Im Gegenteil, sie machen ihm ja noch Vorwürfe, dass er Gott gegenüber Schuld auf sich geladen habe. Das Unglück, das über ihn gekommen wäre, sei nun die gerechte Strafe. Sie zeigen damit, dass sie von dem, was Hiob widerfahren ist, nichts verstanden haben. Ihre Ratschläge vermehren noch sein Leid.

    Doch Hiob hält durch und erkennt, dass er Gottes souveränen Willen und seine Mächtigkeit anerkennen muss. Dass er als Mensch klein und sündhaft ist und seinen Mitmenschen gnädig sein muss. Er betet für seine Freunde. Gott beendet sein Leid und gewährt ihm neuen Segen.

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