Andacht Heute

Diese Worte gelten auch uns

Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Mann der Bosheit seine Gedanken! Und er kehre um zu dem HERRN, so wird er sich über ihn erbarmen, und zu unserem Gott, denn er ist reich an Vergebung!
Jesaja 55,7 (Elberfelder)

Hast du dich gegen Gott aufgelehnt? Bist du eigene Wege gegangen und eigenen Plänen gefolgt? Dann hör auf damit! Kehr deinem alten Leben den Rücken und komm zum HERRN! Er wird sich über dich erbarmen, denn unser Gott ist gern zum Vergeben bereit.
Jesaja 55,7 (Hoffnung für alle)

Wörtliche Übersetzungen wie die Elberfelder Bibel halten sich eng an die hebräischen Begriffe, weshalb darin der „Gottlose” und der „Mann der Bosheit” vorkommen. Aber gelten diese Worte nur für Frevler und Schurken, oder kann man sie, wie die Übersetzung „Hoffnung für alle” es tut, verallgemeinern? In dieser Version werden wir alle angesprochen. Geht das nicht zu weit?

Zunächst richtet Gott seine Worte an Israel. Das ganze Volk ist von Gottes Wegen abgewichen. In den Versen zuvor sehen wir jedoch, dass sich Gott mit seinem Ruf an „alle Durstigen” (V. 1) und an „alle, die suchen” (V. 6) wendet. Damit sind nicht nur „die Kriminellen” gemeint, sondern alle – das ganze Volk Israel und alle, die diese Worte hören. Für Gott gibt es keine „guten“, „schlechten“ und „weniger schlechten“ Menschen, wie wir es gerne in moralisierender Weise differenzieren, sondern Menschen, die ihn suchen, und Menschen, die ihn nicht suchen oder ihn wieder verlassen. Im Neuen Testament steht: „Alle haben gesündigt“ (Röm 3,23) und „Keiner ist gerecht“ (Röm 3,10). Wenn wir also alle Sünder sind, dann gilt der Ruf zur Umkehr jedem von uns und nicht nur den – in unseren Augen – besonders bösen Menschen.

Was läuft denn hier ab?

Jetzt ist die Zeit der Gnade! Begreift doch: Heute ist der Tag der Rettung.
2. Korinther 6,2

    Es konnte ja nicht schnell genug gehen, die letzten deutschen Atomkraftwerke außer Betrieb zu nehmen und sie dann zu sprengen. Weniger Eile war offenbar geboten, sinnvolle Maßnahmen zur Energieversorgung der Zukunft zu treffen. Da wurde auf Wasserstoff verwiesen, obwohl bekannt ist, dass dazu riesige Mengen an Strom nötig sind und am Ende nur 25 % der ursprünglich eingesetzten Energie übrigbleiben. Der Aufbau für die benötigte Infrastruktur würde Jahrzehnte dauern. Einerseits herrscht große Ungeduld und Aktionismus beim Zerstören der bestehenden Energieversorgung, andererseits wird bei der Aufrechterhaltung einer Illusion die offensichtliche Passivität mit Gleichmut ertragen. Das Ausland ist mehr als verwundert, wie eine Industrienation wie die unsere sehenden Auges ihren Niedergang betreibt.

    Im Leben von Nichtchristen spielt sich Ähnliches ab. Da werden Dinge mit großem Elan und Dringlichkeit betrieben, wie die Aufwertung des eigenen Körpers, das Auto, die Kleidung, die Unterhaltung mit dem Smartphone, und all das, was heute so wichtig erscheint. Die Sache mit Gott, ob einmal das ewige Leben auf einen wartet, erscheint dagegen nebensächlich zu sein. Solche Fragen sind nicht so dringlich, hat man doch Wichtigeres zu tun. Ach hier kann man verwundert sein, was da geschieht. Doch Unentschlossenheit hat Folgen. Gott ruft – und der Mensch ist eingeladen, zu antworten. Wir sollten uns heute entscheiden, und nicht „irgendwann“.

    Die überhebliche Vernunft

    Denn sein unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es mit Vernunft wahrnimmt, an seinen Werken ersehen. Darum haben sie keine Entschuldigung.
    Römer 1,20

    Paulus verwendet das griechische Wort noeo, das die Bedeutung „durchdenken“, „mit dem Verstand erfassen“ oder „mit Vernunft wahrnehmen“ hat. Damit ist nicht gemeint, dass nur Intellektuelle Gott finden können. Den meisten Menschen ist die Fähigkeit gegeben, die Welt nicht nur mit den Sinnen zu erfassen, sondern sie auch zu verstehen. Das ist nötig, da Gottes Wesen unsichtbar ist, sich aber durch deutliche Spuren in der Welt erschließen lässt. Die uns geschenkte Vernunft reicht jedenfalls aus, um zu erkennen, dass es einen Gott geben muss, der alles so wunderbar erschaffen hat.

    Paulus argumentiert, dass Menschen durchaus zu dieser Einsicht gelangen könnten, es aber leider oft nicht tun. Wenn sie ihre Vernunft für Erklärungsversuche einsetzen und dabei Gott ausklammern, überschätzen sie diese Fähigkeit. So wurde die Welt als reine Materie begriffen, die sich selbst organisiert, wie im Materialismus der Aufklärung. Der Darwinismus postuliert, wie sich eine biologische Ordnung ohne göttliche Planung entwickelt haben soll. Die Naturalisten waren der Meinung, dass sich alles ohne Gott durch Physik, Chemie und Biologie erklären lässt. Dies sind nur einige Beispiele für die Anstrengungen der menschlichen Vernunft, sich eine Welt ohne göttlichen Schöpfer vorzustellen. All dies sind Modellvorstellungen mit vielen Lücken und Begrenzungen, bei denen entscheidende Fragen offenbleiben. Letztendlich wird es so sein, wie Paulus es sagt: Wer sich von seiner Vernunft auf einen Irrweg hat bringen lassen und das Offensichtliche nicht zur Kenntnis nehmen wollte, dem wird es dereinst nicht gelingen, dafür eine Entschuldigung vorzubringen.