Nächstenliebe in freier Entscheidung
Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander! Ihr sollt einander lieben, wie ich euch geliebt habe.
Johannes 13,34
Jesus sprach diese Worte beim letzten Abendmahl. Er nahm Abschied von seinen Jüngern und hinterließ ihnen das Gebot der Liebe. Zweifellos richtet es sich an die Jünger und ihren Umgang miteinander. Damit ist ausgeschlossen, dass Außenstehende mithilfe dieses Verses Christen ein Gesetz zur Nächstenliebe auferlegen können. Wenn dies eingefordert wird und Christen zu grenzenloser Selbstaufgabe gedrängt werden sollen, dann ist dies eine Instrumentalisierung dieses Satzes von Jesus für eigene Zwecke. Er ist keinesfalls ein Freibrief, Christen überfordern oder manipulieren zu dürfen. Ein Christ muss nicht allen Konflikten aus dem Weg gehen, auch nicht, wenn ganz offensichtlich Nächstenliebe von ihm verlangt wird und als Druckmittel benutzt wird. Als Christ sollte man achtsam gegenüber den Nöten seiner Mitmenschen sein. Man hat aber auch das Recht, sich frei zu entscheiden, ob man hilft und wie weit die eigene Hilfe gehen soll. Christliche Liebe schließt Grenzen nicht aus.