Andacht Heute

Die Illusion von der menschlichen Autonomie

Auch sie, die Schöpfung, wird von der Last der Vergänglichkeit befreit werden und an der Freiheit teilhaben, die den Kindern Gottes mit der künftigen Herrlichkeit geschenkt wird.
Römer 8,21

Was hat es mit diesem Geschenk der Freiheit der Kinder Gottes auf sich? Wie ist sie zu bewerten? Mir fällt dazu ein Satz aus einem Buch eines von mir persönlich bekannten Philosophen, einem eingefleischten Atheisten, ein: „Wir können alles, was wir tun, als den Vollzug einer von uns selbst gestalteten Choreografie begreifen.“

Das klingt schön – aber es ist eine Illusion. Denn unser Leben ist nicht die Bühne einer grenzenlosen Selbstgestaltung. Schon unsere Gewohnheiten, Neigungen und Verletzungen bestimmen uns stärker, als wir es zugeben. Wir sind nicht die Choreografen unseres Lebens, sondern oft eher die, die versuchen, im Takt zu bleiben.

Römer 8,21 zeigt uns eine andere, tiefere Wahrheit. Hier wird deutlich: Wir befreien uns nicht selbst – wir werden befreit. Wir gestalten nicht die große Choreografie – wir werden hineingenommen in Gottes Bewegung. Die eigentliche Freiheit kommt nicht aus uns, sondern auf uns zu. Die „Freiheit der Kinder Gottes“ ist keine Selbstbestimmung, sondern eine Gott-Bestimmung, die uns trägt, erlöst und verwandelt. Sie ist größer als jede Autonomie, weil sie nicht von unseren Kräften abhängt, sondern von Gottes Geist, der uns führt, tröstet und erneuert. So wird unser Leben nicht zur selbst erfundenen Choreografie, sondern zu einem getanzten Vertrauen: Wir dürfen Schritte lernen, die wir uns selbst nie hätten ausdenken können.

Hybris – schon wieder so ein Fremdwort

Hochmut kommt vor dem Fall
Sprüche 16,18

Der Begriff „Hybris“ klingt bildungssprachlich kommt heute im politischen und gesellschaftlichen Dialog dann vor, wenn von Selbstüberschätzung und Hochmut die Rede ist. In der griechischen Tragödie wurde sie als Auslöser für das Scheitern vieler Helden verwendet, die in ihrer Überheblichkeit die göttlichen Befehle und Gesetze ignorierten (Wikipedia). Sie führt zur Bestrafung durch die Götter. Es ist unübersehbar, dass im ursprünglichen, antiken Sinn mit Hybris immer eine Tat bezeichnet wurde, sei es rohe Gewalt oder frevelhaftes Verhalten. Dagegen wird heute eher eine innere Haltung charakterisiert, wenn sich jemand überschätzt und sich für unfehlbar hält.

Hybris ist nicht nur ein Problem der Mächtigen oder der Bühne großer Politik. Sie beginnt Immer dort, wo Menschen meinen, alles selbst im Griff zu haben, keine Korrektur mehr zu brauchen und sich nicht mehr infrage stellen zu lassen. Die Versuchung zur Selbstüberschätzung gehört offenbar tief zum Menschen. Das Thema kommt auch häufig in der Bibel vor, wie im sprichwörtlich gewordenen „Hochmut kommt vor dem Fall“. Wer die eigenen Grenzen nicht mehr wahrnimmt, verliert den Blick für die Wirklichkeit. Und das bleibt nicht ohne Folgen. Wer nur noch auf die eigene Stärke vertraut, wird blind für andere Menschen – und schließlich auch blind für Gott.

Vielleicht liegt darin die eigentliche Gefahr der Hybris: Der Mensch setzt sich selbst an die Mitte der Welt. Er glaubt, unabhängig zu sein, niemandem Rechenschaft schuldig und letztlich selbst Maßstab für Gut und Böse. Die Bibel erzählt dagegen immer wieder von Menschen, die gerade im Anerkennen ihrer Begrenztheit Weisheit finden. Nicht Selbstüberschätzung macht den Menschen groß, sondern Demut. Nicht die Behauptung der eigenen Unfehlbarkeit, sondern die Bereitschaft, sich korrigieren zu lassen. Der HERR bewahre uns vor allem Hochmut, der uns blind macht für seinen Willen.

Gnade, was ist das?

Sie beginnt schon mit unserer Zeugung.

Gottes Gnade lässt uns leben.

Gottes Gnade macht uns einzigartig.

Gottes Gnade trägt uns durch die Schwangerschaft.

Gottes Gnade gibt uns den inneren Überlebenswillen.

Gottes Gnade lässt uns IHN kennenlernen.

Gottes Gnade hilft uns, IHN zu verstehen.

Gottes Gnade lehrt uns, Jesus als Seinen eingeborenen Sohn zu lieben.

Gottes Gnade lässt uns Jesus als unseren Erlöser anerkennen.

Gottes Gnade schenkt uns ein dankbares Herz.

Gottes Gnade gibt uns die Kraft, den Tod mit ewigem Leben zu überwinden.

Gottes Gnade macht die Heilsbotschaft zu unserem Lebensweg.

Gottes Gnade hilft uns, den Stolz zu besiegen und Jesus zu folgen.

Gebet

Danke HERR Jesus, dass Du uns das Reich Gottes näher gebracht hast, um zu erkennen, was das Leben bedeutet. Segne unseren Tag und lasse uns bei dir bleiben, durch dein lebendiges Wort. Amen