Andacht Heute

Wenn mein eigener Plan nicht trägt

Der HERR behütet den Fremdling; er erhält Waisen und Witwen; aber die Gottlosen lässt er verkehrte Wege gehen.
Psalm 146,9

Es gibt eine Formel, die viele Menschen heute als befreiend empfinden: „Es gibt keinen höheren Plan – also gestalte dein Leben sinnvoll.“ Das klingt mutig, erwachsen und selbstbestimmt. Aber genau hier beginnt der falsche Weg. Wie der Psalmtext sagt, lässt Gott ihn zu. Er lässt Irrwege zu, aber er verwirrt niemanden (wie es leider in manchen Übersetzungen, so auch in der Lutherbibel 2017, steht: „Aber die Gottlosen führt er in die Irre“). Er lässt den Irrweg zu, damit ich den Weg finde, der mich trägt.

Gebet
HERR, du kennst meine Wege, auch die, die ins Leere führen. Lass mich erkennen, wo ich mich selbst überschätze und wo ich dich brauche. Richte mich auf, wenn mein eigener Plan nicht trägt, und führe mich auf deinen Weg des Lebens.
Amen.

Glaube und Vertrauen

Denn Gott hat nur an den Menschen Gefallen, die ihm fest vertrauen. Ohne Glauben ist das unmöglich. Wer nämlich zu Gott kommen will, muss darauf vertrauen, dass es ihn gibt und dass er alle belohnen wird, die ihn suchen. 
Hebräer 11,6

In diesem Vers geht es um das Herzstück des Glaubens. Es muss ein fester Glaube daran sein, dass Gott wirklich existiert. Es geht also nicht nur darum, dass es „irgendetwas Höheres“ gibt, wie man es nicht selten hört, sondern dass Gott der Gott der Bibel ist – lebendig, handelnd und treu. Dieser Glaube ist untrennbar mit Vertrauen verbunden. Ein Kind Gottes erkennt man an seinem bedingungslosen Vertrauen und Gehorsam. Dafür gibt es viele Beispiele in der Bibel: Noah baute eine Arche, obwohl kein Regen in Sicht war. Noah baute eine Arche, obwohl kein Regen in Sicht war. Abraham zog los, ohne Zieladresse. Rahab vertraute einem Gott, den sie kaum kannte, und wurde gerettet. All diese Menschen haben eines gemeinsam: Sie handeln, weil sie Gott vertrauen, nicht weil sie alles verstehen.

Der Vers endet mit einer wunderbaren Zusage: Gott lässt niemanden leer ausgehen, der ihn sucht. Nicht immer sofort. Nicht immer gleich sichtbar. Aber immer zuverlässig.

Gebet
HERR, unser Gott, schenke uns ein Herz, das dir vertraut, auch wenn wir den Weg noch nicht sehen. Mach uns zu Kindern, die dir treu folgen, nicht aus Pflicht, sondern aus Liebe. Amen.

Wissen ist noch keine Erkenntnis

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Johannes 1,14

Als ich vor Jahren mit einer kleinen Jugendgruppe über das WORT (die Bibel) sprach, da hatte ein Junge eine sehr gute Antwort.

Ich fragte: Was bedeutet eigentlich das Wort „Wort“? Der Junge dachte kurz nach und sagte: Ein Wort trägt eine (Mitteilung) Botschaft.

Immer wieder kommt mir dieser Gedanke, wenn ich an das Evangelium denke: Gott hat sich uns durch Jesus in seiner Menschwerdung mitgeteilt. Er wurde Fleisch, und das bedeutet, dass er als lebendige Botschaft, als Wort, zu uns Menschen gekommen ist. Was er sagte, war pure Wahrheit, und seine Gleichnisse vermittelten eine wunderbare Hoffnung, die weit über das Irdische hinausreicht. Er ist für unsere Sünden gestorben und hat durch die Güte des Vaters im Himmel alles zurückerhalten, wovon er sich zunächst getrennt hatte. Sein ewiges Leben, das auch uns durch den Glauben an das Evangelium versprochen ist.

Gebet

Danke Herr, dass du uns immer wieder nahe bist in Deinem Wort. Segne unseren Tag mit Erkenntnis und Freude. Amen