Andacht Heute

Nie mehr Durst haben

Jesus sprach zu ihnen: Wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
Johannes 6,35

Dieser Vers aus der Bibel ist den meisten Menschen bekannt. Bei seiner Interpretation wird der Durst des Menschen in vielfältiger Hinsicht erklärt. Leider wird die Erklärung eines Bildes durch gut gemeinte Hilfen nur unnötig verkompliziert. Aus psychologischer Sicht wird dieser Durst mit emotionaler Leere, dem Wunsch nach Anerkennung und der Sehnsucht nach Geborgenheit in Verbindung gebracht. Der Mangel wird auch in moralisierender Weise erklärt: als Durst nach mehr Gerechtigkeit und einem besseren Lebensstil. Er kann auch als ein Begriff für die Stillung eines mystischen Verlangens gedeutet werden, wobei man sich nach erweiterter spiritueller Erfüllung sehnt. Problematisch wird es, wenn die eigene Schuld ins Spiel kommt und der Durst als Folge von Ungehorsam und zu wenig Beten begründet wird.

Hier kommt es aber nicht auf Leistung an, der Durst wird allein durch Glauben gestillt. Es reicht vollkommen, wenn wir den Begriff als Ausdruck der Gottferne des Menschen verstehen. Bleiben wir ganz einfach bei den Worten Jesu: „Wer an mich glaubt.“ Glauben heißt, sich Christus anzuvertrauen, zu ihm zu kommen und sein Leben aus seiner Hand zu empfangen. Nur er kann unseren Durst für immer stillen.

Gebet
HERR Jesus Christus, bewahre uns davor, deine Worte zu verkomplizieren. Lass uns einfach zu dir kommen, dir glauben, und aus deiner Fülle leben. Amen.

Lasst euch nicht in fremde Schubladen pressen

Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes.
Römer 12,2

Vor mir liegt ein Interview mit einem katholischen Theologen in einem evangelischen Wochenblatt. Darin nennt er christliche Gruppierungen, die er als potenziell gefährlich einstuft: Christlich-Konservative, Fundamentalisten und christliche Rechte. Er tut dies auf moralisierende, ausgrenzende Weise, um Menschen in ein vorgegebenes Raster zu pressen. Leider leben wir in einer Zeit, in der Meinungen nicht mehr diskutiert, sondern oft sofort etikettiert werden. Wer eine klassische christliche Überzeugung äußert, wird schnell in eine politische Schublade gesteckt.

Paulus schreibt: „Stellt euch nicht dieser Welt gleich.“ Das heißt: Lasst euch nicht von den aktuellen Trends definieren. Lasst euch nicht auf Etiketten festlegen, die andere über euch aussprechen. Lasst euch nicht einschüchtern von moralischen Rasterungen, die mehr spalten als klären. Christen haben seit 2000 Jahren unterschiedliche Meinungen vertreten – und doch denselben Herrn bekannt. Unser Maßstab ist nicht das jeweilige politische Koordinatensystem, sondern das Evangelium. Paulus selbst wurde falsch eingeordnet, missverstanden und politisch verdächtigt. Und doch blieb er gelassen, denn er wusste: Christus definiert mich – nicht die Welt. Bleiben wir also klar und orientieren wir uns an der Bibel. Bleiben wir freundlich und standhaft.

Gebet
Herr Jesus Christus, du kennst unsere Zeit und die Spannungen, in denen wir stehen. Gib uns Mut, unsere Überzeugungen klar und liebevoll zu vertreten. Amen.

Wie man ein neuer Mensch wird

In seiner Barmherzigkeit hat er uns zu neuen Menschen gemacht, durch eine neue Geburt, die wie ein reinigendes Bad ist. Das wirkte der Heilige Geist, den Gott uns durch unseren Retter Jesus Christus in reichem Maße geschenkt hat.
Titus 3,5-6

Wir haben uns gestern im Christen-Chat getroffen (Wir kommen jeden Sonntag um 19 Uhr zusammen. Jeder ist willkommen, und die Teilnehmen ist ganz einfach möglich) und uns über das schwierige Thema „Neugeburt/Wiedergeburt” unterhalten. Dabei sind Fragen aufgetaucht, u.a. was man darunter zu verstehen hat.

Die Neugeburt ist ein schöpferisches Eingreifen Gottes – ähnlich wie die erste Geburt, jedoch auf geistlicher Ebene. Sie ist notwendig, um das Reich Gottes sehen zu können (Joh 3,3). Neugeburt bedeutet, das alte Leben, das von Sünde, Selbstbestimmung und Entfremdung geprägt ist, hinter sich zu lassen und ein neues Leben, zu beginnen. Sie ist ein Werk des Heiligen Geistes. Sie ist somit Gnade und nicht eigene Leistung. Wichtig sind Umkehr (Bekehrung) und Sündenerkenntnis. Der Mensch erkennt seine Schuld, kehrt um und bittet Gott um Vergebung. Doch auch diese Umkehr ist bereits Frucht des Geistes und nicht die Folge menschlicher Anstrengung. Die Neugeburt führt zu einer neuen Identität. Wer neu geboren ist, ist Kind Gottes und Teil des Leibes Christi. Er ist nun dazu befähigt, ein geistliches Leben zu führen, und die Sünde hat ihn nicht mehr im Griff.

Wem diese Kurzfassung zum Thema „Neugeburt“ noch nicht genügt, wird empfohlen, frühere Andachten zu lesen, wie:
Was versteht man unter Wiedergeburt? (15.06.2025)
Von neuem geboren werden (08.04.2022)
Die Notwendigkeit der Wiedergeburt (28.03.2022)