Andacht Heute

Krankheit und Ungeduld

Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.
Psalm 119,81

„Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.“
Jakobus 4,6

Für manche Menschen ist das Leben von viel Leid geprägt. Aus christlicher Sicht könnte man das als Anfechtung bezeichnen, denn wir glauben, dass Gott uns ins Leben gerufen hat, während der Teufel will, dass wir sterben. So einfach lässt sich das verstehen, schließlich erkennen wir schon als Kinder, dass es das Gute und das Böse gibt – personifiziert in Gott und Satan.

Bist du krank und mit vielen Problemen in eine Welt geraten, die dir böse erscheint, hast du trotzdem die Chance, dich von Gott erlösen zu lassen. Er kann die Seele heilen und das Leid erträglicher machen. Brichst du dir einen Fuß und musst warten, bis er wieder heilt, brauchst du Geduld. Wenn sich spontane Krankheiten häufen, will Gott dir vielleicht etwas sagen. Suche nach Seinem Willen, und du wirst merken, dass es dir besser geht. Das geschieht indem du in seinem Wort liest, wie es der erste Vers betont.

Der Vers „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber schenkt er Gnade“ ist von großer Bedeutung. Die Frage ist: Kannst du deinen Eigensinn ablegen und auch mal um Hilfe bitten? Oder glaubst du, alles allein zu schaffen? Manchmal müssen wir, die Gottes Kraft schon lange erfahren haben, erkennen, dass es immer ER war und nicht wir selbst, der uns ans Ziel gebracht hat. ER lässt Gutes wie auch Böses zu – Letzteres jedoch zu unserer Erziehung.

Gebet
Danke HERR, dass Du unser Retter bist und hilf uns wieder durch den Tag. Nimm uns alle Schmerzen und lasse uns fröhlich denen begegnen, die noch ohne Hoffnung und Glauben sind. Lass du unsere Worte wie Samen aufgehen und schenke Wachstum im Glauben. Amen

Gute Nachricht mit Augenzwinkern

Hilf uns, deinen Dienern, deine Botschaft mutig und offen zu verkünden.
Apostelgeschichte 4,29

Mit diesem Mut zur Verkündigung ist nicht mehr Lautstärke gemeint. Oft sind es gerade die leisen Töne, die bei anderen Menschen im Gedächtnis bleiben. Wenn wir freundlich und humorvoll christliche Gedanken in ein Alltagsgespräch einflechten, wird das mehr geschätzt als schulmeisterliches Zitieren von Bibeltexten. Für eine gute Unterhaltung ist es außerdem nicht förderlich, sich als absolut tadellosen Vorzeigechristen darzustellen. Das kann beim Gegenüber ein Gefühl der Unterlegenheit erzeugen, das wiederum eine Abwehrreaktion auslösen kann.

Wir dürfen die Verkündigung nicht als „Leistung” verstehen, die wir erbringen müssen. Wenn wir Gott um die richtigen Worte bitten, wird er uns den erforderlichen Mut als natürliche Frucht schenken. Er wird sich im richtigen Moment zeigen, ohne dass wir uns einen Ruck geben und uns etwas vornehmen müssen. Wir werden es durch innere Gelassenheit, durch konkrete Worte, die uns zufallen, und durch unsere Handlungen spüren.

Wir müssen bei unserem Dienst für die Frohe Botschaft auch keinesfalls perfekt sein. Gestern waren wir Zuhörer bei einem Podiumsgespräch, an dem der bayerische Kabarettist Martin Frank im Mittelpunkt stand. Bei ihm ist gerade das Unperfekte ein Schlüssel seines Erfolgs. Er erzählt humorvoll davon, wie oft er gescheitert ist, in verschiedenen Berufen Fuß zu fassen, und was ihm im Alltag alles nicht gelingt. Das macht ihn sympathisch und kommt beim Publikum gut an, weil jeder sieht: Hier ist einer, der offen mit seinen Unzulänglichkeiten umgeht. Man kann als Christ von ihm lernen, dass eine Prise Selbstironie nie schaden kann. Das ist eine Form von Demut, die uns nicht klein macht, sondern frei. Auf diese Weise kann man seine Erlebnisse mit dem Glauben leichter in ein Gespräch einflechten und so zur Verkündigung der Botschaft beitragen.

Theorie und Praxis

Und als Salomo alt wurde, neigten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu, sodass sein Herz nicht ungeteilt bei dem HERRN, seinem Gott, blieb wie das Herz seines Vaters David.
1. Könige 11,4

    Wir haben uns gestern in unserem sonntäglichen Christen-Chat über „Weisheit“ unterhalten. Es ging auch um den Weisheitslehrer König Salomo, von dem in der Bibel ein großer Teil der Sprüche, das Hohelied und das Buch Kohelet stammen. Darin formuliert er klar seine Einsichten zu Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Selbstbeherrschung, dem Umgang mit Reichtum sowie zu Treue und Reinheit. Wie traurig ist es jedoch zu hören, dass der spätere König seine eigene Weisheit ignoriert hat. Gerade die Dinge, vor denen seine Worte warnen, prägen sein späteres Leben: Machtmissbrauch (Zwangsarbeit und Prachtbauten), Unmäßigkeit (viele Frauen) und religiöse Kompromisse (fremde Kulte, Götzenverehrung).

    Salomo ist das eindrücklichste biblische Beispiel für das Auseinanderklaffen von Weisheit in Worten und Torheit im Leben. Er gilt als Warnfigur der Weisheit. Wir sehen, dass selbst der weiseste Mensch nicht davor gefeit ist, sich zu verirren. Sein Scheitern geschah nicht mit einem Schlag, sondern schleichend, durch kleinere Verschiebungen seiner Prioritäten. Nach und nach nahm er es nicht mehr so genau mit seinen Prinzipien. Die vielen kleinen „Ist doch nicht so schlimm“-Momente nahmen in seinem Leben zu. Das Beispiel Salomos zeigt mir, dass es nicht ausreicht, Weisheiten zu kennen, sondern dass es darauf ankommt, sich mit Herz und Verstand im Alltag zu bewähren. So kann ich auch in meinen Andachten kluge Sätze formulieren. Es kommt aber darauf an, wie ich handle. Theorie ist gut, aber sie ersetzt nicht die Praxis. Wie Goethe es formuliert hat: „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum.“ Oder wie Adi Preißler es in die Sprache des Fußballs übersetzt hat: „Grau ist alle Theorie – entscheidend is auf‘m Platz.“