Andacht Heute

Der Geist macht Jesus groß

Er wird meine Herrlichkeit sichtbar machen, denn was er euch verkündigt, nimmt er von mir.
Johannes 16,14

Erst kürzlich hat eine evangelische Bischöfin von Jesus gesprochen, als „einem jungen Mann, der sich aufmacht, die Welt zu verändern“ und „der sich Gott auf einzigartige Weise nahe gefühlt hätte“. Das würde ihn uns „irgendwie nahe bringen“. Solche Äußerungen sind weit entfernt von der wahren Botschaft aus der Heiligen Schrift, nach der Jesus Christus nicht nur ein vorbildlicher Mensch, sondern der Sohn Gottes ist, der die Menschen, die an ihn glauben, erlöst hat.

Und damit sind wir auch am Höhepunkt des Kapitels Johannes 16 und am Ende unserer Betrachtungen, bei denen es um die Geisteswirkungen geht. Der Heilige Geist führt nicht zu sich selbst, nicht zu besonderen Gefühlen, nicht zu religiöser Leistung – er führt zu Christus. Er macht ihn groß und gegenwärtig. Er lässt uns erkennen: Jesus ist da – jetzt. Der Geist verherrlicht Jesus. Und wo Jesus groß wird, da wird unser Weg klar, den wir gehen sollen.

Gebet
Herr Jesus Christus, Du bist der Sohn Gottes und bist immer bei uns. Führe uns in deinen Frieden und lass uns aus deiner Nähe leben. Amen.

Neue Kraft aus dem Geist

Ist der Geist Gottes in euch, so wird Gott, der Jesus Christus von den Toten auferweckt hat, auch euren vergänglichen Körper lebendig machen; sein Geist wohnt ja in euch.
Römer 8,11

Es gibt Zeiten, in denen wir uns innerlich leer fühlen. Wir wissen vielleicht, was zu tun wäre, aber uns fehlt die Kraft dazu. Wir kennen den nächsten Schritt, aber wir haben keine Energie mehr, um ihn zu gehen. Dann erinnert uns Paulus daran: Der Geist, der Jesus auferweckt hat, wohnt in uns. Das bedeutet: Die Kraft, die das Grab geöffnet hat, ist dieselbe Kraft, die uns im Alltag stärkt.

Der Heilige Geist spendet nicht nur Trost, sondern auch Lebenskraft. Er belebt, wo etwas in uns müde geworden ist. Er richtet auf, wo wir innerlich zusammengesackt sind. Er schenkt uns Mut, wenn wir eigentlich aufgeben wollten. Dies zeigt sich meist auf unspektakuläre Weise. Wenn wir morgens aufstehen und einfach wieder neu beginnen, obwohl wir gestern noch resigniert haben. Wenn wir plötzlich wieder Worte finden, obwohl wir zuvor sprachlos waren. Wenn wir weitergehen, obwohl wir schon am Ende waren. Das ist die Kraft des Heiligen Geistes. Er macht uns wieder lebendig. Am Ende können wir sagen: „Ich habe es geschafft – aber nicht allein.“ Der Heilige Geist wirkt in uns und bringt aus uns Dinge hervor, wozu wir alleine nicht fähig wären.

Gebet
Heiliger Geist, fülle uns mit deiner Stärke, damit wir den nächsten Schritt gehen können. Gib uns Mut, wo wir zögern, und Frieden, wo wir uns sorgen. Amen.

Geführt in die Nähe Christi

„Alles, was er euch zeigt, kommt von mir.“
Johannes 16,15

Vielleicht kennst du das: Du stehst vor einer Aufgabe in der Gemeinde. Vielleicht eine Verantwortung, die du übernehmen könntest. Vielleicht ist es ein Dienst, der gerade dringend gebraucht wird. Und gleichzeitig merkst du: Ich weiß nicht, ob ich das wirklich tun soll. Du betest, du denkst nach, du redest mit anderen, aber eine klare Stimme vom Himmel bleibt aus.

Oder es geht um die Familie. Eine Entscheidung steht an, die die Weichen für die Zukunft stellt. Wie soll es weitergehen? Was ist gut für alle? Was ist jetzt, in dieser Phase unseres Lebens, dran? Und wieder wünschst du dir eine eindeutige Antwort. Ein Wort, ein Zeichen, ein Impuls, der alles klärt. Aber stattdessen ist da nur dieses diffuse Gefühl: „Ich möchte nichts falsch machen.”

In Johannes 16,13 steht, dass uns der Heilige Geist leitet (Andacht vom 23.05.2026). Jesus sagt, dass wir durch ihn nicht irgendwohin geleitet werden. Der Heilige Geist führt uns dorthin, wo er, Christus, selbst ist. Was könnte das konkret heißen? Wenn es um eine Aufgabe in der Gemeinde geht, verschiebt sich der Fokus von „Was will ich?“ zu „Wo ist Christus?“. Also weg von „Habe ich Lust?“, „Schaffe ich das?“ und „Was denken die anderen darüber?“, hin zu „Wo wirkt Christus gerade in dieser Gemeinde?“ und „Wo ist seine Liebe am Werk?“. Geht es um die eigene Familie, dann von „Was ist am bequemsten?“, „Was bringt am meisten Sicherheit?“ und „Was macht am wenigsten Ärger?“ zu „Welche Entscheidung lässt uns mehr in Jesu Art leben – geduldiger, liebevoller, wahrhaftiger?“

Gebet
Heiliger Geist, du führst mich dorthin, wo Christus selbst ist. Lass mich erkennen, was jetzt dran ist, und bewahre mich davor, mich selbst unter Druck zu setzen. Führe mich in die Wahrheit, in die Nähe Jesu,
in seine Liebe, seinen Mut, seinen Frieden. Amen.