„Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.“
Hebräer 10,24
In unserem Camping-Urlaub in Bad Füssing haben wir den Film „Alte Liebe“ gesehen. Er erzählt von einem Ehepaar, das schon viele Jahre miteinander unterwegs ist. Die große Verliebtheit der ersten Jahre ist längst Vergangenheit. Man kennt sich, man weiß, was der andere sagen wird, und manches läuft wie selbstverständlich. Doch genau darin liegt eine Gefahr. Nicht nur Ehen, sondern alle wichtigen Beziehungen können mit der Zeit von Gewohnheit geprägt werden. Man lebt nebeneinander her, erfüllt seine Aufgaben und übersieht dabei manchmal den Menschen, der einem anvertraut wurde.
Die Bibel fordert uns auf: „Lasst uns aufeinander achthaben.“ Das bedeutet mehr als bloßes Nebeneinanderleben. Es bedeutet, wahrzunehmen, zuzuhören, Interesse zu zeigen und den anderen immer wieder neu zu entdecken. Vielleicht ist das eines der Geheimnisse gelingender Beziehungen: Den anderen nicht als selbstverständlich betrachten. Nicht nur fragen: „Was macht er falsch?“, sondern: „Was schätze ich an ihm?“ Nicht nur auf alte Verletzungen schauen, sondern auch auf die vielen gemeinsamen Wege, die Gott bereits geschenkt hat.
Dort, wo Menschen sich immer wieder bewusst füreinander öffnen, wirkt Gottes erneuernde Kraft.
Vielleicht brauchen manche Beziehungen heute keine großen Veränderungen, sondern einen kleinen neuen Anfang: ein aufmerksames Gespräch, ein ehrliches Dankeschön, eine liebevolle Geste oder ein gemeinsames Gebet. Denn Liebe lebt nicht allein von den Erinnerungen der Vergangenheit, sondern von der Entscheidung, sich heute neu dem anderen zuzuwenden.
Gebet
HERR Jesus Christus, wir danken dir für die Menschen, die du uns an die Seite gestellt hast. Danke für alle Wege, die wir gemeinsam gehen durften, für Freude und Leid, für Treue und Geduld. Amen.