Führe mich heraus aus diesem Gefängnis, damit ich deinen Namen preise. Die nach deinem Willen leben, werden sich freudig um mich scharen, wenn du mir Gutes erwiesen hast.
Psalm 142,8
Vielleicht kennst du das: Du bist von einer Sache tief in deinem Herzen überzeugt. Du willst beispielsweise warnen vor einer Fehlentwicklung. Aber du fühlst dich wie der einsame Rufer in der Wüste, allein und von vielen unverstanden. Helfer und Unterstützer sind nirgends zu sehen. Du sehnst dich nach einem Wort der Unterstützung, nach einem Zeichen, dass jemand hinter dir steht, doch es kommt nichts. David sagt zuvor im Psalm: „Niemand nimmt sich meiner an.“ So ist die Lage – eine reine Bestandsaufnahme ohne Verbitterung.
Psalm 142 ist ein Gebet aus der Höhle, aus der Enge, aus der Einsamkeit. Und doch endet dieser Psalm mit dem obigen Vers, einem Satz, der wie ein Lichtstrahl durch einen schmalen Spalt fällt. Plötzlich wächst die Zuversicht, dass sich alles wenden wird. Für uns bedeutet dies: Gott sieht dich, bevor Menschen dich sehen. Gott stärkt dich, bevor andere es tun. Gott führt dich aus der Höhle heraus. Und wenn Gott dir Gutes tut, wird dies auch für andere nicht verborgen bleiben.
Gebet
HERR, führe mich aus dem Kerker meiner Enge, damit ich deinen Namen preise und Hoffnung weitergeben kann. Amen.