Was trägt – und was nur klingt

Prüft alles und behaltet das Gute.
1. Thessalonicher 5,21

    Manchmal lesen wir Texte, die freundlich und fromm klingen, oft auch tröstlich gemeint sind. Und doch bleibt nach dem letzten Satz nichts übrig. Kein Gedanke, der weiterführt. Kein Impuls, der etwas in uns bewegt.

    Ein Beispiel: „Gott ist immer da. Er hält dich fest. Er trägt dich durch alle Höhen und Tiefen. Vertraue einfach auf ihn, und du wirst sehen, wie er dich segnet. Seine Liebe ist groß, und er hat einen wunderbaren Plan für dein Leben.“

    Das klingt zwar schön, trägt aber nicht. Hier wird keine konkrete Situation benannt. Es ist nur eine Sammlung christlicher Allgemeinplätze, also Floskeln, die niemanden herausfordern. Paulus rät uns, das Gelesene oder Gehörte zu prüfen und das Brauchbare zu behalten. Es lohnt sich also, sich nach dem Lesen einer Andacht, eines Erbauungsbuches oder eines Kommentars zur Bibel die folgenden Fragen zu stellen: Was hat mich hier berührt? Was nehme ich konkret mit? War es nur ein netter Klang ohne Inhalt? Das Gute zu behalten, heißt das Wertlose loslassen und das Wertvolle bewahren.

    Gebet
    HERR, hilf mir. Ich möchte unterscheiden. Ich möchte Worte unterscheiden, die nur klingen. Und Worte, die wach machen. Worte, die aufrichten. Und Worte, die hinführen zu dir. Amen.

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