Andacht Heute

Ohne Anspruch auf Dankbarkeit

„Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen! Und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.“
Lukas 6,35

Wir alle kennen das: Wir tun jemandem freiwillig und aus Freundlichkeit einen Gefallen – und der andere bedankt sich nicht. Wenn sich jemand nicht für eine Gefälligkeit bedankt, kann dies das Verhältnis zu diesem Menschen empfindlich stören. Wir fühlen uns gekränkt. Es widerspricht unserem Gerechtigkeitsempfinden. Wir glauben, ein Recht auf Dankbarkeit zu haben.

Der Satz aus dem Lukasevangelium drückt aus, was Gott von uns erwartet. Wir sollten Gutes tun, ohne etwas dafür zu verlangen, denn nur so können wir uns die Freude daran erhalten. Ein Vers aus Sprüche 3,27 ergänzt dies: „Versage keinem das Gute, wenn es in deiner Macht steht, es zu tun.“ Hier wird das Tun betont, nicht die Reaktion des anderen. Dankbarkeit ist schön, aber sie darf nicht zur Bedingung werden. Wer Gutes tut, um gesehen zu werden, läuft Gefahr, verletzt zu werden. Es besteht hingegen eine große Freiheit darin, das zu tun, was man für richtig hält, ohne sich dafür etwas zu erhoffen.

Gebet
HERR, bewahre uns davor, aus Gefälligkeiten Forderungen zu machen. Hilf uns dabei, freudig und frei für andere Gutes zu tun. Amen.