Verachte nicht den Tag der kleinen Anfänge.
Sacharja 4,10
Seit Jahren führe ich ein Heft, in das ich täglich Eintragungen wie „Rasen gemäht” oder „Psalm 116 gelesen” mache. Das tut mir gut, weil ich so sehe, was ich alles erledigt habe. Jetzt habe ich gelesen, dass dies eine „Done-Liste” ist. Der Gegensatz dazu ist eine „To-do-Liste“, um zu sehen, was noch alles getan werden muss. Das Führen einer „Done-Liste” wird ausdrücklich empfohlen, da sie Mut macht und das Selbstvertrauen stärkt. Sie zeigt schwarz auf weiß, was man alles bewegt hat. Ich klopfe mir auf die Schulter – ich habe etwas richtig gemacht.
Was mir auch gut tut, habe ich gemerkt, ist, sich regelmäßig mit Themen des Glaubens zu beschäftigen und nach Antworten auf auftauchende Fragen zu suchen. Im Bibelkreis wurde einmal die Frage aufgeworfen, ob man das Vaterunser nicht korrigieren sollte, da es darin heißt: „Und führe uns nicht in Versuchung“. Gott könne doch kein Verführer sein. Das ist eine Frage, die sich nicht einfach aus dem Stegreif beantworten lässt. Ich muss mich intensiver damit beschäftigen, um kleine, tragfähige Antworten für den Alltag des Glaubens zu finden – eine Tätigkeit, die mir Freude bereitet. Mir geht es nicht darum, eine Riesenabhandlung über eines dieser Themen zu schreiben. Es geht nicht um ein großes Festmahl der Erkenntnis, sondern um kleine Happen zwischendurch, die einem guttun. Auch hier ist mir die schriftliche Fixierung eine Hilfe. Ich schreibe eine kleine Andacht, die ich regelmäßig im Internet veröffentliche und auch schon als Buch habe drucken lassen.
Wir schauen oft auf das, was noch getan werden müsste. Aber vielleicht beginnt geistliches Leben dort, wo wir wahrnehmen, was schon geschehen ist. Manchmal liegt Stärke genau darin, das Kleine nicht zu unterschätzen. Der Glaube wächst schließlich auch nicht im großen Sprung, sondern mit kleinen Schritten.
Gebet
HERR, schenke uns Freude an den kleinen Entdeckungen, Mut für die nächsten Schritten und Vertrauen in deine verlässliche Führung. Amen.