„Ich will dich lehren und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich berate dich, nie verliere ich dich aus den Augen.“
Psalm 32,8
Da hat einer in einem Interview erklärt, dass das Leben keinen Sinn habe und es deshalb keinen Sinn mache, einen zu suchen. Alles sei eine Aneinanderreihung von Zufällen. Er könne nicht mehr glauben, dass hinter allem ein Gott stehe, der die Strippen ziehe. In gönnerhafter Weise fügte er hinzu: „Aber ich verurteile keinen, der gläubig ist. Damit lässt es sich gut leben.“ Da tut einer so, als wäre er im Besitz einer nüchternen Wahrheit. Im Gegensatz dazu sei der Glaube an Gott eine Art psychologische Krücke. Er meint, über den Glauben hinausgewachsen zu sein. Dieser sei etwas für einfachere Gemüter, denen er diese Sichtweise in süffisanter Weise zugesteht. Der das sagt ist kein aggressiver Atheist oder ein Spötter. Dennoch schwingt ein arroganter Tonfall mit, mit dem er unbewusst von oben herab über jene spricht, die anders leben, anders glauben und eine andere Art von Hoffnung haben. Er zählt sich selbst zu den abgeklärten Erwachsenen und die Gläubigen zu den Naiven.
Dieser Mensch hat im Laufe seines Leben vielleicht schon viel kennengelernt und Leute getroffen, die ohne gläubig zu sein mit ihrem Leben zurechtkommen. Er hält den Glauben jedoch für ein psychologisches Konstrukt, das zu einem angenehmeren Leben verhelfen kann. Wer nicht mehr an Gott, sondern an den Zufall glaubt, hat vielleicht viel erlebt, aber nicht begriffen, dass wir von Gott gehalten werden. Wir sind dabei keine an Fäden gelenkten Puppen, sondern haben die Freiheit, zu entscheiden, ob wir an den Zufall oder den lebendigen Gott glauben wollen.
Gebet
HERR, ich danke dir, dass du mit uns durch unser Leben gehst, ohne dich aufzudrängen. Unser Leben ist nicht berechenbar, aber es ist mehr als ein Zufallsprodukt. Wir legen es in deine Hände. Amen.