Recht oder Unrecht

Es ist dir gesagt, Mensch , was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.
Micha 6, 8

Weiter geht es in Micha 6 mit einer Gegenüberstellung, wie Unrecht, Lug und Trug.
Oft verstehen wir einen Begriff erst richtig, wenn wir ihn vom dem Gegenteil her betrachten. So können wir Liebe besser erklären, wenn wir Hass gegenüberstellen.
oder Gunst aus der Sicht der Missgunst, Hoffnung aus der Sicht der Verzweiflung,

Leben-Tod,
Gnade-Strafe
Vergebung-Verbitterung
Wahrheit – Lüge
Demut – Hochmut
Glück – Unglück
Friede – Unfriede
Ordnung – Chaos …. usw.

Oft lesen wir im Wort Gottes und denken nicht sonderlich darüber nach, doch wird es erst ein Gewinn, wenn wir uns fragen, was will Gott mir damit sagen. Erstmal sind es geschichtlich nachweisliche Berichterstattungen aber auch Lerninhalte, in denen wir Gottes Willen erkennen können.

So sind und bleiben wir Menschen in der Welt erlösungsbedürftig. Es wird mir wieder klar, dass ein angespanntes Verhältnis oder gar eine Trennung, nur durch Einsicht und Vergebung wieder hergestellt werden kann – auch die Beziehung zu Gott, den wir oft sogar anklagen, wenn wir das Leid in der Welt sehen.

Doch sind die Menschen wie ungehorsame Kinder, die Chaos verursachen. Gott ist ein Gott der Ordnung und Liebe. Ohne IHN und Seine Hilfe werden wir versagen. Deshalb wird auch jede Regierung versagen, die auf Gottes Hilfe verzichtet.

Eine Geste der Demut und Einsicht kann Gott milde stimmen. Demgegenüber steht der Stolze, dessen Hochmut ihn zu Fall bringen wird. Jeder ist auf Gott angewiesen, will Er Ordnung in sein Leben bringen.

Eine Antwort auf „Recht oder Unrecht“

  1. Die Dekonstruktivisten um Jacques Derrida haben vor Jahrzehnten versucht, vorkommende Gegensätze als geschichtlich bedingte Versuche abzuwerten, das Leben strukturell in den Griff zu bekommen. In Wahrheit gäbe es diese Dichotomien nicht, alles müsse im Fluss bleiben. In der Geisteswissenschaft gilt dieser Ansatz heute als weitgehend überholt, da er in viele Sackgassen des Denkens geführt hat. Trotzdem finden wir ihn wieder in der aktuellen Diskussion um die „Gender-Problematik“. Die Feministin Judith Butler und ihre Anhängerinnen sind der Meinung, dass der Gegensatz männlich-weiblich nur eine gesellschaftlich bedingte Konstruktion darstellen würde und überwunden werden müsse.

    In der Bibel spielen dagegen Gegensatzpaare eine zentrale Rolle: Licht – Finsternis, Ordnung – Chaos, Natur – Kultur, Wahrheit – Lüge und viele andere. Kindern versucht man, von früh an den Unterschied von Tag und Nacht, von heiß und kalt, wahr und falsch, gut und böse beizubringen. Wie sonst sollten sie lernen, sich in der Welt zu orientieren? Auch als Erwachsene brauchen wir sie noch, diese Strukturen, um nicht den Überblick zu verlieren und um uns positionieren zu können. Unbenommen davon ist, dass es bei jeder Problematik nicht nur eine einzige Sicht der Dinge gibt. Immer kommt es bei Entscheidungen darauf an, das Für- und Wider zu bedenken. Niemals dürfen wir aber das Denken in Unterschieden aufgeben. Hinter aller Dekonstruktion lauert das Chaos und ebenso schlimm: der fürchterliche Abgrund des Nichts.

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