Andacht Heute

Gottes Wirken im Hintergrund

„Im vorliegenden Fall rate ich deshalb: Lasst diese Leute in Ruhe! Lasst sie gehen! Denn wenn das, was sie wollen, und das, was sie tun, von Menschen kommt, wird es scheitern. Wenn es aber von Gott kommt, werdet ihr es nicht zerstören können. Vielleicht steht ihr dann sogar als solche da, die gegen Gott kämpfen.“ Das überzeugte sie.
Apostelgeschichte 5,38-39

Die Apostel wurden vor den Hohen Rat geführt. Sie sollten getötet werden, doch der Pharisäer Gamaliel warnte: „Wenn ihr Werk menschlich ist, wird es untergehen. Wenn es aber von Gott ist, kann man es nicht aufhalten.“ Dank Gamaliels Rat wurden die Apostel nicht getötet, sondern „nur“ ausgepeitscht und freigelassen. So konnten sie ihre Werk der Verkündigung fortsetzen.

In dieser Geschichte sehen wir, dass sich Gottes Wirken nicht verhindern lässt. Seine inspirierten, guten und heilsamen Ideen werden immer einen Weg finden, auch wenn es Widerstände gibt. Manchmal öffnet sich wieder eine Tür oder es findet sich ein Fürsprecher, mit dem man nicht gerechnet hat. Man sieht also, dass immer Hoffnung besteht, auch wenn es nicht immer die Lösung ist, die wir erwarten. Die Apostel hatten sich kompromisslos für Gott eingesetzt. Dadurch erlebten sie ein Maximum an Widerstand: Gefängnis, Bedrohung mit dem Tod und schließlich Auspeitschung. Der Konflikt verschwand nicht sofort, aber Gott wirkte in ihn hinein und ließ alles gut ausgehen. Wenn wir uns für Gott einsetzen, dürfen wir darauf vertrauen, dass er im Hintergrund mitwirkt.

Wo Liebe wohnt, zieht Gott ein 

„Wenn jemand mich liebt, wird er sich nach meinem Wort richten. Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.“
Johannes 14,23

Jesus erklärt seinen Jüngern, dass ihr Gehorsam aus der Liebe erwächst, nicht umgekehrt. Gehorsam ist eine Frucht des Glaubens. Liebe macht gehorsam, nicht umgekehrt. Christsein ist also kein Pflichtenprogramm, sondern die Antwort auf die Liebe, die wir durch Gott erfahren, und die wir als solche erkennen und erwidern. Wir müssen also nicht zuerst „gut genug” werden, um zu Jesus zu gehören. Dies ist eine Entlastung für alle, die sich in ihrem Glauben manchmal als noch „nicht ausreichend“ empfinden. Aus der Liebe entsteht Vertrauen, und dieses Vertrauen lässt uns nach dem Wort des Herrn leben. Und Gott wohnt dort, wo Liebe und Vertrauen sind. So wird christlicher Alltag zu einem Ort der Nähe Gottes – mitten in aller Unvollkommenheit.

Wenn jemand mit erhobenem Zeigefinger auf uns zukommt und uns in die Pflicht nehmen will, sei es durch die Einhaltung von Speisevorschriften, den regelmäßigen Besuch des Gottesdienstes, noch größerer Inbrunst im Beten, und was es sonst noch an Gehorsamsleistungen gibt, dann können wir auf die Worte Jesu an seine Jünger verweisen. Es kommt auf die richtige Reihenfolge an: Gehorsam ist keine Eintrittskarte für den Himmel; er entsteht als Frucht in uns. Wir können uns nicht selbst optimieren und sollten dies auch nicht anstreben. Aus uns selbst heraus vermögen wir nichts. Alles erwächst aus der Liebe Gottes.

Gottes Zorn über den Unglauben

Da rief Jesus: „Was seid ihr nur für eine ungläubige und verdorbene Generation! Wie lange soll ich noch bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn her!“
Lukas 9,42

Wenn man das liest, fragt man sich, warum Jesus so unmutig auf die Menschenmenge reagiert hat, die auf ihn zukam. Ein Vater, dessen Sohn von einem Dämon besessen ist, tritt auf Jesus zu und bittet ihn, seinen Sohn zu heilen. Zu Beginn des Kapitels erfahren wir, dass Jesus seine Jünger ausgesandt hat, um Kranke zu heilen. Doch schon bei diesem ersten Fall reichte ihre Heilkraft nicht aus. Fehlte ihnen der Glaube, obwohl sie doch den kannten, der ihnen die Vollmacht verliehen hatte? Die Menschenmenge stand erwartungsvoll um Jesus herum. Obwohl sie von seinen vielen Wunderheilungen gehört haben mussten, waren sie sich immer noch nicht sicher, ob es ihm auch bei dem besessenen Jungen gelingen würde. Dieser allgemeine Unglaube brachte Jesus zu einer Reaktion, die vielleicht so manchen verwundern könnte. Sollte der Sohn Gottes aber etwa sagen: „Ja, bringt ihn mir her, ich werde mal versuchen, ob ich ihn heilen kann. Ihr seid noch nicht ganz von mir überzeugt, aber ich werde sehen, was ich tun kann.“ ? Jesus zeigte dem Volk, dass es weiterhin ungläubig und verwirrt war, statt endlich zu erkennen, wen es vor sich hatte.

Heute können wir die ganze Heilsgeschichte von Jesus im Neuen Testament nachlesen. Die Existenz und das Wirkien Jesu ist historisch gesichert durch seriöse, unabhängige historische Quellen. Wer das immer noch nicht glaubt, sich hochmütig erhebt und sagt: „Das sind ja alles nette Geschichten, aber an diesen Jesus und seine Wunder kann man als aufgeklärter Mensch doch nicht glauben”, der soll doch nicht ernsthaft denken, dass ein solches Verbohrtsein im eigenen Unglauben nicht Gottes Zorn hervorruft!