„Ist Christus aber nicht auferweckt worden, so ist unsere Verkündigung vergeblich, vergeblich auch euer Glaube.“
1. Korinther 15,14
Der Journalist Peter Hahne, der von 1992 bis 2009 dem Rat der EKD angehörte, kritisiert seit Jahren, dass Teile der Amtskirche und moderne Theologen das Evangelium verwässern. Besonders entschieden widerspricht er Deutungen, die die Auferstehung Jesu lediglich als Sinnbild, innere Erfahrung oder psychologische Vision der Jünger verstehen. Für ihn steht damit nicht eine Randfrage zur Diskussion, sondern das Herzstück des christlichen Glaubens. Dabei beruft er sich häufig auf die obigen Worte des Apostels Paulus. Als diese Zeilen geschrieben wurden, waren seit Kreuzigung und Auferstehung nur etwa zwei Jahrzehnte vergangen. Viele Augenzeugen lebten noch. Paulus verweist ausdrücklich auf Menschen, die den Auferstandenen gesehen hatten und befragt werden konnten. Der christliche Glaube gründet deshalb nicht auf einer Idee oder einem schönen Gefühl, sondern auf dem Zeugnis von Gottes Handeln in der Geschichte.
Auch die Kirchenväter, die uns in den vergangenen Andachten beschäftigt haben, hielten daran fest. Sie bekannten Jesus nicht nur als Lehrer oder Propheten, sondern als Gott und Herrn. Athanasius argumentierte: Wenn Christus nicht wirklich Gott ist, kann er die Menschheit nicht wirklich mit Gott versöhnen. Nur Gott selbst kann retten. Wäre Jesus lediglich ein Geschöpf, bliebe die Kluft zwischen Gott und Mensch letztlich unüberwindbar. Dasselbe gilt für die Auferstehung. Wenn Christus nicht leiblich auferstanden ist, dann hat der Tod letztlich doch das letzte Wort. Dann bleibt das Evangelium eine schöne Hoffnung, aber keine rettende Wirklichkeit. Wenn Christus jedoch wahrhaft auferstanden ist, dann ist die Macht der Sünde gebrochen, der Tod besiegt und der Weg zu Gott geöffnet. Darum ist die Auferstehung nicht ein nebensächlicher Glaubenssatz. Sie ist das Fundament, auf dem alles steht.
Gebet
HERR Jesus Christus, stärke unseren Glauben, wenn Zweifel laut werden und vieles in Frage gestellt wird. Bewahre uns davor, die Botschaft des Evangeliums an den Zeitgeist anzupassen. Amen.