Wenn Gott unsere Gebete nicht erhört

„Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“
Matthäus 26,39

Es gibt zahlreiche Abhandlungen über die Gründe, weshalb Gott nicht alle unsere Gebete erhört. Als mögliche Gründe werden angeführt: Falsche Zielsetzungen, mangelnde Intensität beim Beten, ein sündhaftes Leben, Glaubenszweifel und vieles andere mehr. Oft wird dabei unausgesprochen suggeriert, dass es an uns liegt, wenn Gott uns nicht erhört. Demzufolge müssten wir nur genug an uns arbeiten, damit er ein Einsehen mit uns hat. Dieses Denken haben wir in unserer Kindheit eingeübt. Wenn ein Vater das ersehnte Spielzeug nicht kaufen will, kommt das Kind auf die Idee, ihn durch besonderes Wohlverhalten umstimmen zu können. Es räumt vielleicht sein Zimmer auf und hofft, damit etwas zu erreichen. Der Vater wird über diese „Taktik” seines Kindes schmunzeln und es loben, ihm aber auch liebevoll erklären, dass er den Wunsch nicht erfüllen wird. Eltern müssen in der Kindererziehung verantwortungsvoll mit ihren Kindern umgehen.

Auch Gott kann nicht auf alle unsere Wünsche eingehen und wird somit so manches Gebet nicht erhören. Er ist der Souverän, er hat uns und die ganze Welt erschaffen. In Hiob 41,3 sagt der Herr: „Wer hat mir jemals etwas gegeben, das er nun von mir zurückfordern könnte? Mir gehört die ganze Welt.“ Gott schuldet niemandem etwas. Er ist absolut frei in seinem Handeln. Alles gehört ihm – auch wir, unser Leben, unsere Zeit und unsere Zukunft. Dies widerspricht der Idee, dass ein Gebet so etwas wie ein Vertrag ist: „Ich bete – und Gott muss reagieren.“ So ist es nicht. Gott ist absolut souverän in seinem Handeln. Er gibt, wenn er will, und nicht, weil wir einen Anspruch darauf haben.

Gebet
Herr, du bist der Ursprung aller Dinge, und nichts in dieser Welt gehört uns, sondern alles ist Geschenk aus deiner Hand. Du hörst unser Rufen, auch wenn du anders antwortest, als wir es erhoffen. Amen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert