Musik als Mittel der Verkündigung

„Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen; lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; singt Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder dem Herrn mit Dank im Herzen.“
Kolosser 3,16

Von Martin Luther stammt der Satz: „Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie macht die Menschen fröhlich, vertreibt den Teufel und bereitet Freude.“ Musik dient in einem Gottesdienst nicht nur als klangliche Ausschmückung. Sie ergreift uns in unserem Innersten und ist selbst eine wichtige Form der Verkündigung. Wir haben glücklicherweise ein reiches Liedgut, das über Jahrhunderte gewachsen ist: Choräle, Psalmen, geistliche Musik. Wir feiern dieses Jahr das Paul-Gerhardt-Jahr. Von ihm stammen viele Lieder mit Texten, die noch heute zu Herzen gehen.

Musik geht tief in uns ein. Sie erreicht Schichten, die Worte oft nicht erreichen. Ich denke an Brahms’ Deutsches Requiem. Diese Musik predigt, ohne zu reden. Sie tröstet, ohne zu erklären. Sie lässt uns spüren, dass Gott uns nicht im Schmerz allein lässt. Im Requiem kommen die folgenden Psalmworte eindrucksvoll musikalisch ausgelegt. Wer dies einmal gehört hat, wird es für immer im Ohr behalten:

Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!
Meine Seele verlanget und sehnet sich
nach den Vorhöfen des Herrn;
mein Leib und Seele freuen sich
in dem lebendigen Gott.

Gebet
HERR, wir danken dir für das reiche Liedgut und die großen Werke der Musik, die dir zu Ehren geschaffen wurden. Segne alle, die Musik auswählen, spielen oder singen, damit ihre Gabe Menschen öffnet für deine Nähe. Amen.

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