Glauben allein oder gemeinsam?

Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
Apostelgeschichte 2,42

Versäumt nicht die Zusammenkünfte eurer Gemeinde, wie es sich einige angewöhnt haben. Ermahnt euch gegenseitig dabeizubleiben. Ihr seht ja, dass der Tag nahe ist, an dem der Herr kommt.
Hebräer 10,25

Heute beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie viel Gemeinschaft mit anderen Gläubigen brauche ich eigentlich – und was kann ich selbst anderen geben? Es gibt Menschen, die ihren Glauben weitgehend für sich allein leben. Auch in der Geschichte der Christenheit gab es Eremiten und Einsiedler. Dennoch finden wir im Neuen Testament zahlreiche Hinweise darauf, dass Gemeinschaft kein nebensächlicher Bestandteil des Glaubenslebens ist.

Die erste Gemeinde wird in Apostelgeschichte 2,42 dadurch beschrieben, dass sie beständig in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet blieb. Gemeinschaft gehört also zu den Grundmerkmalen christlichen Lebens. Dabei geht es nicht in erster Linie um Geselligkeit oder Unterhaltung, sondern um gegenseitige Ermutigung, gemeinsames Lernen, Gebet und die Ausrichtung auf Christus.

Hebräer 10,25 gehört zu den deutlichsten Aufforderungen, die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen bewusst zu suchen und nicht dauerhaft auf sie zu verzichten. Allerdings macht das Neue Testament keine Vorgaben über eine bestimmte Organisationsform. Ob große Gemeinde, Hauskreis oder kleiner Gebetskreis: Entscheidend ist nicht die Größe der Versammlung, sondern dass Menschen im Namen Jesu zusammenkommen. Darum sagte Jesus: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18,20)

Wenn wir nach einer Glaubensgemeinschaft suchen, fragen wir oft zuerst: „Was wird da angeboten? Wo fühle ich mich am wohlsten?“ Wir könnten aber stattdessen auch fragen: „Wo kann ich dienen? Wo kann ich andere ermutigen? Wo werden die Gaben gebraucht, die Gott mir geschenkt hat?“ Christliche Gemeinschaft lebt vor allem davon, dass jeder etwas beiträgt. Deshalb lautet die Frage nicht: „Was bringt mir die Gemeinschaft?“ Sondern:
„Was würde den Anderen fehlen, wenn ich nicht da wäre?“

Gebet
HERR Jesus Christus, zeige uns, welche Gaben du uns gegeben hast und wo wir sie zum Segen für andere einsetzen können. Lass unsere Gemeinschaften Orte sein, an denen dein Wort gehört, gemeinsam gebetet und deine Liebe sichtbar wird. Amen.

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