Damals wie heute

Psalm 13

1 Dem Chorleiter. Ein Psalmlied von David.

2 Wie lange noch, Jahwe, vergisst du mich ganz? / Wie lange noch verbirgst du dich vor mir?
3 Wie lange noch sollen die Sorgen mich quälen, / ist Tag für Tag Kummer in mir? / Wie lange noch behält mein Feind die Oberhand?

4 Schau doch her! Antworte mir, Jahwe, mein Gott! / Gib meinen Augen Licht, dass ich nicht in Todesnacht falle,
5 dass mein Feind nicht sagen kann: / „Jetzt habe ich ihn besiegt!“, / dass meine Bedränger nicht jubeln, weil ich ins Stolpern kam.

6 Ich aber, ich baue auf deine Gunst. / Ich freue mich, dass du mich retten wirst. / Singen will ich für Jahwe, / weil er so gut zu mir war!

Ein Lied

Jesu geh voran – christliches Lied zum Gottesdienst – YouTube

Eine Antwort auf „Damals wie heute“

  1. Die erste Hälfte des Psalms (1-3) ist eine wiederholte Klage über den eigenen Zustand, unter dem David zu leiden hat. Viermal hintereinander beginnen die Sätze mit der Wendung „Wie lange noch…“. Doch der Psalmist verharrt nicht in diesem subjektiven Zustand persönlicher Klage. Über das Zwiegespräch mit Gott, den er anfleht („mein Gott!“), erhebt er sich aus dem Morast seiner Sorgen. Der Schlussvers ist ein einziger Triumph der Hoffnung. Die trübe Stimmung am Anfang ist völlig verflogen. David möchte nun singen und frohlocken.

    Von dem englischen Geistlichen Samuel Ward (1577-1639) stammt ein Kommentar zu diesem Psalm:

    „Ein jeder hat das eine oder andere Mittel, schwere Gedanken zu verscheuchen, den bösen Geist zu bannen, wie es David tat mit seiner Harfe. Der eine bedarf dazu froher Gesellschaft, der andere eines kräftigen Trunkes, der dritte seiner Tabakspfeife. Ohne die geht’s nicht. Wie arm, wie jämmerlich und töricht sind alle solche Hilfsmittel, verglichen mit einem einzigen frischen Trunk aus dem Lebensbrunnen des Glaubens!“

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