Andacht Heute

Dein Platz in der Gemeinde

Auf uns wartet also ein neues Reich, das niemals erschüttert wird. Dafür wollen wir Gott von Herzen danken und ihm voller Ehrfurcht dienen, damit er Freude an uns hat.
Hebräer 12,28

Ein Leben zu führen, das Gott gefällt, bedeutet, ihm zu dienen. Dies ist auch Ausdruck unserer Dankbarkeit für das Geschenk des ewigen Lebens, das wir allein durch den Glauben an Jesus und sein Erlösungswerk erhalten. Im Hebräerbrief wird der Dienst in der Gemeinschaft besonders hervorgehoben. Es geht um die aktive Gestaltung durch Mitarbeit und Teilnahme an Veranstaltungen, die das Gemeindeleben erhalten. Je nach Gabe und Berufung kann man mitarbeiten. Wenn du noch unschlüssig bist, wie du dienen kannst, dann frage dich, was dir leichtfällt:

  • Du kannst gut erklären und Dinge verständlich machen? Dann kümmere dich um die Lehre.
  • Du hörst gerne zu und spürst, was andere bewegt? Dann übernimm die Seelsorge in der Gemeinde oder ermutige andere.
  • Du organisierst gerne und behältst auch in schwierigen Zeiten den Überblick? Dann bist du für die Leitung und Verwaltung geeignet.
  • Du liebst es, praktisch mit anzupacken? Dann melde dich, wenn pflegerische Arbeiten anfallen.
  • Du bist kreativ? Dann greife ein, wenn es um musikalische oder künstlerische Gestaltung geht.
  • Du erkennst, wenn Menschen in Not sind? Dann übernimm soziale Dienste.

Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der vielfältigen Gnade Gottes.
1. Petrus 4,10

Den Zusammenhang erkennen und nutzen

Der HERR wird dich schlagen mit Wahnsinn, Blindheit und Verwirrung des Geistes.
5. Mose 28,28

Für sich genommen ist der obige Vers eher nicht geeignet, um in eine neue Woche zu starten. Warum habe ich ihn dann ausgewählt? Weil er zeigt, dass Bibelstellen immer im Zusammenhang gelesen werden müssen, um ihren Sinn verstehen zu können. In Kapitel 5. Mose 28 geht es um die Beschreibung der Konsequenzen von Gehorsam und Ungehorsam gegenüber den Geboten Gottes. In den Versen 1–14 wird der Segen des Gehorsams beschrieben: Wenn das Volk Israel die Gebote befolgt, wird es von Feinden geschützt, erlebt wirtschaftlichen Wohlstand und göttliche Führung. Entscheidet es sich für den Ungehorsam, wird es Krankheit, Misserfolge, Hunger, Krieg und Unterdrückung erleiden müssen. Es wird von fremden Völkern besiegt und ins Exil geführt werden. Die Auswirkungen des Fluches werden in den Versen 15–68 sehr drastisch beschrieben. Kurz und bündig könnte man das gesamte Kapitel wie folgt zusammenfassen: Gehorsam bringt Segen, Ungehorsam bringt Leid.

Die Herrnhuter Brüdergemeinde hat im Jahr 2025 die Verlosung der Verse vorgenommen, die ich sehr häufig für die täglichen Andachten verwende. Zuvor wurde eine Revision des Spruchgutes vorgenommen. Am Ende waren es 1 834 Bibelverse aus dem Alten Testament, die für die Verlosung übriggeblieben sind. Ich kann nur mutmaßen, dass ein Vers wie der obige keine Verwendung gefunden hat, da er den Auswahlkriterien nicht entsprochen hätte. Dieser Vers enthält eine harte Gerichtsaussage, die ohne Kontext schwer verständlich ist. Es gilt allerdings zu bedenken, dass man jeden anderen Vers der Bibel ebenfalls im Zusammenhang lesen sollte. Nur so kann man den vollen Umfang seiner Aussage erkennen und verstehen. Machen wir uns also die Mühe, in der Bibel nachzuschlagen, an welcher Stelle die Herrnhuter Verse stehen und welchen Sinn sie im Kontext haben. Nur so werden wir ihren vollen Wert für unser Leben erfassen, weil wir darin den Willen Gottes erkennen können. Grundvoraussetzung ist aber, Buße zu tun und sich zu bekehren. Nur so kann der Heilige Geist in uns wirken.

Die Bitte um Gerechtigkeit

Führe meine Sache und erlöse mich; belebe mich nach deinem Wort!
Psalm 119,154

Wie ein Anwalt in einem Rechtsstreit bittet der Psalmist Gott, für ihn einzutreten. Er wünscht sich, dass der Herr sich seiner Sache annimmt. Dem Beter geht es um Erlösung, also um Befreiung aus Bedrängnis, Schuld und Verfolgung. Es gibt unterschiedliche Arten, mit Vorwürfen umzugehen. Sie können berechtigt sein, dann geht es um ein mildes Urteil. Sehr häufig sind sie aus Sicht des Beschuldigten jedoch unberechtigt. Er fühlt sich ungerecht behandelt und bittet Gott, sich für ihn einzusetzen. Auch wenn seine Einschätzung sehr subjektiv sein mag, ist es immer richtig, sich an den Herrn zu wenden. Nur er kann wahre Erlösung und Befreiung bringen. Letztendlich liegt es ganz bei ihm, wie er über uns richtet. Auch wenn die weltlichen Richter ein falsches Urteil gegen uns gesprochen haben, kann er ganz anders über uns entscheiden. Darin liegt ein großer Trost.

Der Psalmist ist weise genug, Gott um ein belebendes Wort zu bitten. Dazu gehört auch, offen dafür zu sein, dass uns ein anderes Wort trifft, als wir es erwarten. Bei all unserer Sehnsucht nach gerechter Behandlung sollten wir nicht vergessen, dass es letztlich nicht um unser Recht geht, sondern um Gottes Recht. Dem haben wir uns zu fügen. Wenn wir es in Demut aufnehmen, rettet und stärkt uns das Wort Gottes.