Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Psalm 139,5
Manchmal kommen wir mit unseren Gedanken nicht hinterher, was wirklich geschieht. Ich stelle mir eine Szene im Auto vor. Ich bin unterwegs, habe viele Kilometer zurückgelegt, und plötzlich kommt der Stich: Meine Brieftasche fehlt. Ein ganzer Schwall von Regungen schießt hoch: Wie konnte mir das passieren? Umdrehen? Unmöglich. Was jetzt? Wer könnte helfen? Wie geht es jetzt weiter? Es ist ein vorsprachlicher Moment: Ein Bündel aus Angst, Ärger, Selbstzweifeln und Zeitdruck – alles gleichzeitig. Erst später, als die Brieftasche unter dem Sitz, wohin sie gerutscht war, auftaucht, kehrt die Sprache zurück. Und mit ihr die Möglichkeit, das Erlebte zu sortieren: Was ist da geschehen? Ich war nicht mehr Herr der Lage. Welche Gefühle waren da? Unsicherheit, Ärger, Scham und Erleichterung. Was sagt das über mich aus? Ich bin verletzlich und nicht perfekt. In welchen anderen Situationen kenne ich das sonst noch? Wenn etwas nicht nach Plan läuft oder ich mich unter Druck setze.
Ich denke an den heutigen Vers und erkenne: Gott ist auch im Chaos meiner Gedanken für mich da. Er „umgibt mich” auch in solchen Momenten. Wenn ich mit einer Situation überfordert bin, habe ich ihn, den ich bitten kann, mir zu helfen. Ich weiß auch, wie oft er mir schon nach einem Stoßgebet geholfen hat.
Gebet
HERR, Du kennst meine Überforderung, meine Unsicherheit, meinen Druck — und du lässt mich nie allein. Du hast mich umgeben, als meine Gedanken durcheinanderliefen und ich nicht wusste, wie es weitergeht. Ich danke dir für jede Hilfe im Chaos, für jeden klaren Gedanken und für jede Lösung, die plötzlich da war, und die du mir geschenkt hast. Amen