Selbst wer schon über viel Wissen und Erfahrung verfügt, kann noch dazulernen.
Sprüche 1,5
Eine erfahrene Sekretärin arbeitet in einem Büro nach bewährtem Schema. Sie schreibt Briefe am PC und formatiert jeden Text einzeln per Hand, also Fettdruck, größere oder kleinere Schrift … – es dauert, aber es funktioniert. Eines Tages kommt ein junger Auszubildender, sieht, wie sie arbeitet, und sagt freundlich: „Darf ich Ihnen etwas zeigen?” Er zeigt ihr, wie man die Formatvorlagen in Word nutzt. Überschrift 1, Überschrift 2, Standardtext. Das Ergebnis: Der Brief sieht professionell aus und ist schneller fertig. Sie könnte sich jetzt angegriffen fühlen, weil sie sich von einem jungen Pimpf nichts sagen lassen will: „Ich mache das seit 20 Jahren so und es hat immer funktioniert.“ Es wäre jedoch weitaus souveräner, so zu reagieren: „Interessant … Ich merke, dass ich mich an alte Muster gewöhnt habe. Gut, dass du frischen Wind reinbringst.“ Sie betrachtet den Lernmoment als geistliche Tugend: Demut, Offenheit und Wachstum.
Die Empfehlung, das ganze Leben lang lernbereit zu sein, steht gleich am Anfang im Buch der Sprüche. Dieses sollten wir immer mal wieder zur Hand nehmen, ist es doch ein wertvoller Wegweiser für ein gelingendes Leben. In ihm findet man praktische Orientierung für den Alltag, Beziehungen, Arbeit, Entscheidungen und Charakterbildung. Am wichtigsten ist jedoch, dass es ein Buch ist, das Weisheit mit Gottesbeziehung verbindet: „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis.“ Das bedeutet, dass wahre Weisheit mit Ehrfurcht, Demut und der Bereitschaft beginnt, sich von Gott korrigieren zu lassen.