„Ihr selbst könnt bezeugen, dass ich sagte: Ich bin nicht der Messias; ich bin nur als sein Wegbereiter vor ihm hergesandt.”
Johannes 3,28
Die Anhänger von Johannes dem Täufer waren irritiert, weil Jesus öffentlich aufgetreten war und sich nun viele Menschen von ihm taufen ließen. Johannes wies darauf hin, dass sein Auftrag immer auf Jesus ausgerichtet gewesen war. Sein Dienst hatte sich erfüllt, nun stand Jesus im Mittelpunkt. Er war nur der Vorläufer. Von ihm stammen die Worte: „Er muss immer größer werden und ich immer geringer.”
Die Jünger des Johannes erlebten, was wir Christen heute auch noch kennen: Man vergleicht. Man misst. Man schaut, wer mehr Zulauf hat, wer mehr Anerkennung bekommt, wessen Dienst „erfolgreicher“ wirkt. Eifersucht entsteht, wenn wir vergessen, dass jede Gabe ein Geschenk und jeder Dienst ein Auftrag ist – und kein Wettbewerb. Johannes zeigt uns einen anderen Weg: Nicht ich bin das Zentrum. Nicht meine Leistung entscheidet über den Wert meines Dienstes. Sondern: Christus allein. Wenn er größer wird, wenn Menschen zu ihm finden und sein Licht heller wird, dann erfüllt sich unser Auftrag – egal, durch wen Gott gerade wirkt. Das nimmt uns den Druck und befreit uns von der Angst, übersehen zu werden, weil andere mehr Glanz ausstrahlen. Es geht nicht um uns. Es geht um Christus. Wir dürfen unseren Dienst mit Freude und Treue tun, ohne um Aufmerksamkeit kämpfen und im Rampenlicht stehen zu müssen.