Licht und Dunkelheit

Aber der Pfad des Gerechten ist wie der Glanz des Morgenlichts, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag. Der Weg der Gottlosen ist dichte Finsternis; sie wissen nicht, worüber sie straucheln.
Sprüche 4, 18-19

Stehen wir im Leben nicht oft vor Weggabelungen? Welche Ausbildung soll ich machen? Welchen Partner soll ich wählen? In welche Kirchengemeinde soll ich gehen? Es müssen nicht immer die großen Entscheidungen sein, auch im Alltag fragen wir uns oft, was wir tun sollen. In unseren Versen geht es um einen starken Kontrast. Da ist vom „Dunkel” die Rede, das für innere Unruhe, Verwirrung und Selbsttäuschung steht. Wer ohne Orientierung lebt, stolpert leichter über das, was er nicht sieht. Er weiß nicht einmal, was ihn ins Straucheln gebracht hat.

Der Weg im Licht, den die Gerechten einschlagen, ist ein Bild für Orientierung im Leben. Diese entsteht nicht auf einen Schlag, sondern wächst. Die Gerechten sind nicht das Licht, aber ihr Weg wird hell für sie. Selbst wenn der Anfang noch grau und unsicher ist, wenn ihre Ausrichtung stimmt, nimmt das Licht immer mehr zu. Es ist ein Prozess zunehmender Klarheit. Das Licht macht die Welt für einen Gläubigen erkennbarer. Wer sich an Gottes Weisheit orientiert, sieht Zusammenhänge deutlicher – im eigenen Leben, in Beziehungen und bei Entscheidungen. Gerade in Krisenzeiten kann dieses Bild vom zunehmenden Glanz auf dem Weg Mut machen. Das Licht wächst nicht durch Leistung, sondern durch Treue im Gehen.

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