Ein erschütternder Zustandsbericht

»Ja, ich, der HERR, kündige ihnen an: Ihre Frauen, ihre Häuser und Felder werden Fremde zum Besitz erhalten. Denn ich strecke meine Hand aus zum Gericht über die Bewohner dieses Landes! Sie alle, vom einfachen Volk bis zu den Mächtigen, wollen nur eins: Gewinn um jeden Preis! Auch die Priester und Propheten betrügen das Volk, weil sie seine tiefen Wunden nur schnell verbinden. ›Es ist halb so schlimm, alles wird wieder gut!‹, sagen sie. Nein, nichts wird gut!

Schämen müssten sie sich über ihre abscheulichen Taten, aber sie kennen keine Scham mehr, sie werden nicht einmal rot! Doch wenn die Zeit gekommen ist, werden sie stürzen; wenn ich sie strafe, werden sie mit allen anderen in Israel untergehen. Darauf gebe ich, der HERR, mein Wort.«

»So spricht der HERR zu seinem Volk: Stellt euch an die Straßen und schaut euch um! Erkundigt euch, welchen Weg eure Vorfahren gegangen sind! Fragt nach dem richtigen Weg, und dann beschreitet ihn. So findet ihr Ruhe für euer Leben. Aber ihr sagt: ›Nein, diesen Weg gehen wir nicht!‹

Jeremia 6,12-16

Mich erschüttert, was ich hier in Jeremia lese: Jeremia kündigt an, dass Unheil aus dem Norden kommt – ein Bild für die babylonische Bedrohung. Die Stadt wird belagert werden, weil das Volk die Wege Gottes verlassen hat. Das Volk wird in einer falschen Sicherheit gewiegt, denn es wird von Frieden gesprochen, obwohl keiner da ist. Weil das Volk nicht hören will, kündigt Gott das Gericht an.

Was ich hier lese, erkenne ich in der Gegenwart wieder. Es ist von religiöser Oberflächlichkeit die Rede, von einem Volk, das von Blindheit geschlagen ist und nicht mehr erkennt, dass es bedroht ist. Ich erkenne, wie wichtig es ist, genau hinzuhören, um betrügerische Worte zu erkennen, die uns mit falschen Versprechen kommen. Lernen wir daraus: Prüfen wir die Wege, fragen wir bei allen Fortschrittshoffnungen auch nach dem Bewährten, laufen wir nicht allem Neuen hinterher, sondern orientieren wir uns an den guten Wegen, die Gott uns weist. Kehren wir um!

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