Täglicher Wissensdurst im Glauben

Mit großer Bereitwilligkeit gingen sie auf das Evangelium von Jesus Christus ein, und sie studierten täglich die Heilige Schrift, um zu prüfen, ob das, was Paulus lehrte, mit den Aussagen der Schrift übereinstimmte.
Apostelgeschichte 17,11

Die Beröer werden hier als Vorbild genannt, da sie ein Musterbeispiel dafür sind, wie man mit dem Evangelium umgehen sollte: offen, an der Schrift orientiert und ohne Angst vor der Wahrheit. Ihr Glaube entstand durch ein ehrliches, prüfendes Hören. Ein solcher Glaube hat nichts mit einem Erbstück zu tun, das man von Eltern, Gemeinde und Kultur übernimmt. Ihre Motivation war nicht die Erhaltung einer Tradition oder die Nachgiebigkeit gegenüber Gruppendruck oder dem Konsumieren von Gedanken anderer.

Die Beröer eignen sich somit als Modell für eine lebendige christliche Gemeinde. Sie begegneten dem Evangelium mit Offenheit, prüften das Gehörte an der Schrift und suchten nach Wahrheit statt nach Bestätigung ihrer Ansichten. Sie hatten einen „gesunden Wissensdurst”, mit dem sie allen Fragen nachgingen, die sie bewegten. Es ist sehr anregend, Glaubensfragen nicht zu verdrängen, sondern ihnen nachzugehen. Gerade im Ringen, im Suchen und im Prüfen wird der Glaube lebendig und persönlich. Wer sich darauf einlässt, wird erkennen, dass dies zwar mühsamer ist, sich aber immer lohnt. Der Glaube wird dadurch nicht einfacher, aber echter, tiefer verwurzelt und gereifter.

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