Voll Verlangen sehnen wir uns danach, den neuen Leib schon jetzt überzuziehen wie ein Gewand, damit wir nicht nackt, sondern bekleidet sind, wenn wir unseren irdischen Körper ablegen müssen.
2. Korinther 5,2-3
Die Bilder, die Paulus hier verwendet, stammen aus der antiken Kleidungssprache. „Nackt“ bedeutet in diesem Kontext nicht moralisch nackt, sondern ohne Leib, also rein geistig. „Bekleidet“ bedeutet demnach, mit einem Leib ausgestattet zu sein. An anderer Stelle schreibt Paulus, dass die Auferstehung zwar körperlich ist, der neue Leib jedoch verwandelt ist. Damit steht er im Gegensatz zu den griechischen Philosophen, die glaubten, dass ein körperloser Geist die höchste Stufe der Existenz sei. Sie betrachteten den Körper als ein Gefängnis für die Seele und sahen keinen Vorteil darin, in einem anderen Körper auferstehen zu können. Der Leib wurde jedoch von Gott geschaffen und ist an sich nicht negativ. Das wird schon dadurch deutlich, dass Jesus selbst als Mensch geboren wurde.
Wir dürfen uns dieses endgültige Sein in der Ewigkeit also nicht als körperloses Schweben vorstellen, sondern als eine erneuerte, leibliche Existenz in Gottes neuer Schöpfung. Wie dieser neue, auferstandene Leib aussehen wird, wissen wir allerdings nicht. Dem Baptistenprediger John Bunyan wurde einmal die Frage nach dem Aussehen unseres Körpers im Jenseits gestellt. Er gab zu, sie nicht beantworten zu können, da die Bibel hierzu keine genaueren Angaben enthält. Er riet dem Fragesteller, „ein gottgefälliges Leben zu führen, in den Himmel zu kommen und sich ein eigenes Bild davon zu machen.“