Andacht Heute

Das so trügerische Bauchgefühl

Esau schwor es ihm und verkaufte damit sein Recht, den größten Teil des Erbes zu bekommen, an seinen jüngeren Bruder.
1. Mose 25,33

    In dieser Geschichte verkauft Esau sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht. Für ihn war in diesem Moment sein Baugefühl entscheidend. Sein Hunger ließ ihn offen für den Impuls werden, der ihn zu einer Kurzschlussentscheidung mit lebenslangen Folgen verleitete. Die Werbung, der wir täglich ausgesetzt sind, funktioniert in ähnlicher Weise. Da erscheint in schillernden Farben ein modernes Linsengericht in Form eines brandaktuellen Autos, das unser Begehren weckt und zur sofortigen Befriedigung auffordert: „Gönn es dir. Du verdienst es. Jetzt sofort.“ Unser Verstand soll ausgeschaltet werden, allein das Gefühl wird angesprochen. Ein Blick auf das Bankkonto könnte jedoch zeigen, dass eine so große Ausgabe nicht möglich ist. Aber es werden uns ja Kredite angeboten, an die wir uns dann viele Jahre binden.

    Demgegenüber steht die Besonnenheit als Gegenpol zur gefühlsgeleiteten Impulsivität. Wikipedia definiert sie als die überlegte, selbstbeherrschte Gelassenheit, die besonders in schwierigen oder heiklen Situationen dafür sorgt, dass der Verstand die Oberhand behält, um vorschnelle und unüberlegte Entscheidungen oder Taten zu vermeiden. Gott hat uns diesen Geist der Besonnenheit geschenkt. Wir sollten ihm Raum geben, um weise Entscheidungen zu treffen. Gefühle allein sind kein Maßstab. Mit Gefühlen können wir manipuliert werden. Gottes Geist tut das nicht.