Andacht Heute

Das leise Lob

Lobet den HERRN! Denn unseren Gott loben, das ist ein köstlich Ding.
Psalm 147,1

Es gibt Formen des Lobpreises, die sofort ins Ohr gehen: süße Lieder, die von vielen Wiederholungen getragen sind. Viele Menschen finden in dieser Weise einen Zugang, der stark von Gefühlen begleitet ist. Um nicht missverstanden zu werden: Ich möchte niemandem sein Lob nehmen. Mir selbst ist jedoch ein anderes Lob wertvoll geworden – ein Lob, das nicht auf Stimmung, sondern auf Gottes Wort setzt.

Die Bibel kennt dieses stille Lob. Habakuk sagt: „Ich will mich freuen des Herrn“, obwohl er keine Ernte sieht. Paulus und Silas sangen im Gefängnis. Die Psalmen loben mitten in der Klage. Dieses Lob ist kein Gefühlsschub, sondern Ausdruck des Vertrauens auf Gott. Es ist kein Entertainment, sondern Halt.

Ich entdecke dieses Lob besonders in den alten Liedern. Paul Gerhardt etwa führt mich nicht in Ergriffenheit, sondern in die Tiefe. Seine Worte tragen, weil sie aus der Schrift geboren sind und nicht aus dem Moment. Sie sind nicht laut, aber wahr. Nicht süß, aber nahrhaft. Vielleicht ist es Zeit, wieder öfter ein altes Lied aufzuschlagen. Vielleicht ist es Zeit, wieder zu entdecken, wie viel Trost in einer einzigen Strophe steckt.

Gebet:
Herr, lehre uns das Lob, das aus deinem Wort wächst. Mach unsere Herzen ruhig vor dir. Lass die alten Lieder neu in uns klingen und unser Vertrauen stärken. Amen.