Und er war vierzig Tage in der Wüste und wurde von dem Satan versucht.
Markus 1,13
Die Versuchung Jesu ist ein herausragendes Beispiel für eine Anfechtung, die in der Bibel in drei verschiedenen Formen vorkommt. Einmal wie hier als Versuchung. Da kommt das Böse und will einem vom Vertrauen auf Gott wegziehen. Auch die Schlange im Paradies versprach etwas sehr Verlockendes: Adam und Eva würden die Augen geöffnet werden und sie würden sein wie Gott. In beiden Fällen arbeitete der Widersacher mit einer verlockenden Aussicht, die er mit der Lüge verband, die Übertretung von Gottes Gebot würde ohne Folgen bleiben. Eine andere Form der Anfechtung ist die Prüfung. Gott lässt Situationen zu, die den Glauben reifen lassen. Ein Beispiel hierfür ist die Geschichte von Abraham, der von Gott aufgefordert wurde, seinen Sohn Isaak zu opfern. Wie in der Geschichte von Hiob war dies eine extreme Herausforderung für den Glauben. Dann gibt es noch die innere Anfechtung. Oft finden wir diese in den Psalmen, in denen Zweifel, Angst und Schuldgefühle in Klagegesängen zum Ausdruck kommen.
Auch wenn wir in unserem Alltag – Gott sei Dank! – nicht in so dramatischer Weise angefochten werden, so ist unser Leben nicht frei von Anfechtung. Wohl jeder kennt die verschiedenen Formen innerer Anfechtung: Erschöpfung, Not, Schuldgefühle, Niedergeschlagenheit, Angst, Panik und Ausweglosigkeit. Wenn wir die Psalmen sorgfältig lesen, können wir eine hilfreiche Struktur erkennen, die aus der Anfechtung befreit:
- Benennen: Was bedrückt mich?
- Klagen: Was sage ich Gott darüber?
- Erinnern: Welche Zusagen Gottes tragen mich?
- Hoffen: Wo öffnet sich im Psalm ein neuer Blick?
Fast alle Psalmen führen aus der Anfechtung in ein neues Vertrauen – nicht durch Verdrängung, sondern durch ehrliches Ringen.