Einander annehmen
Gott aber ist es, der uns immer wieder neuen Mut und Trost schenkt, um standhaft zu bleiben. Er helfe euch, einmütig zu sein, so wie es euch Jesus Christus gezeigt hat. Dann könnt ihr alle wie aus einem Mund Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, loben und preisen. Nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat. Auf diese Weise wird Gott geehrt.
Römer 15,5-7
Der Umgang mit anderen Christen, Konfessionen und Kirchengemeinden ist häufig von Abgrenzung geprägt. Sehr schnell betonen wir die Unterschiede und haben wenig Sinn für das Gemeinsame. Wenn es um unsere Einstellungen gegenüber anderen christlichen Gruppierungen geht, die eine gemeinsame Gesinnung erschweren, könnte es hilfreich sein, über mögliche Wahrnehmungs- und Denkbarrieren nachzudenken. Da hat sich möglicherweise ein Schubladen-Denken eingeschlichen. Wir sortieren Menschen gerne schnell nach ihrem Frömmigkeitsstil, ihrer Herkunft, ihrem Alter oder ihrer theologischen Prägung ein. Wir neigen zu einem Denken in Vergleichen. Dabei messen wir andere an uns selbst oder an unserer Gruppe. Besonders schwierig wird es, wenn wir unsere Überzeugungen zum absoluten Maßstab machen. Dann gilt die eigene Sichtweise als einzig richtig und jede Abweichung wird als Bedrohung empfunden. Wer sich bedroht fühlt, grenzt sich ab. Vergessen wir bei all dem nicht, was Paulus gesagt hat: Wir sollten einander annehmen, so wie Christus uns angenommen hat.
In den Versen aus Römer 15 ist die ausdrückliche Bitte um Einigkeit unter den Christen enthalten. Paulus formuliert dies in einem Gebet. Diese gemeinsame Gesinnung wird uns von Gott geschenkt. Nur aus eigener Kraft wird uns das nicht gelingen. Der Ausdruck dieser Einmütigkeit ist die gegenseitige Annahme. Vielleicht fällt uns das leichter, wenn wir das Ziel vor Augen haben: Das gemeinsam vorgetragene Lob Gottes.